Siebert-kritik eskaliert: ex-schiri gräfe fordert elfmeter für atlético im cl-halbfinale

Daniel Siebert steht nach dem 0:1 von Atlético Madrid beim FC Arsenal im Feuer – und das nicht etwa, weil er gepfiffen hat, sondern weil er nicht pfiff. Der deutsche Schiedsrichter ließ in der 67. Minute einen Zweikampf zwischen Thomas Partey und Mikel Merino im Strafraum der Gunners laufen, obwohl der Spanier klar getroffen wurde. „Hätte hier Elfmeter geben müssen“, donnerte Manuel Gräfe im DAZN-Studio. Die Sekunden danach gingen viral.

Atlético-seite spricht von „raubzug“ in london

Die Wut der Rojiblancos ist programmiert. Trainer Diego Simeone stürmte nach Abpfiff Richtung vierte Offizielle, Assistent Nelson Vivas musste zurückgehalten werden. Klub-Boss Enrique Cerezo wetterte gegenüber AS: „Wir wurden bestohlen. Der Videoschiedsrichter schaut sich das an und greift nicht ein? Das ist ein Skandal.“ Die Statistik hilft dem Deutschen nicht: laut Opta hatte Atlético in der Phase 68 Prozent Ballbesitz, fünf Abschlüsse – und plötzlich keine Chance mehr.

Die Szene selbst wirkt auf den ersten Blick harmlos. Partey grätscht, Merino geht zu Boden, der Ball rollt ins Toraus. Doch die Rückkamera zeigt: Der Ghanaer erwischt den Mittelfeldspieler voll am Knöchel, ohne Ballkontakt. VAR-Schiedsrichter Christian Dingert blieb stumm, Siebert blickte nicht einmal zum Monitor. Gräfe: „Das ist ein klarer Fehlgriff. Merino hätte den Ball noch spielen können, der Kontakt ist unbestritten.“

Arsenal steht im finale – ohne gegentor in den k.o.-runden

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Die Gunners feiern den ersten Finaleinzug seit 2006. Bukayo Saka’s Freistoßtreffer in der 54. Minute reichte, weil die Defensive um William Saliba und Riccardo Calafiori auch in der zweiten Hälfte keine Lücke ließ. Trainer Mikel Arteta sprach nach dem Spiel von „Charakter und einer geschlossenen Mannschaftsleistung“, schob aber auch einen Satz nach: „Schiedsrichter sind Menschen, solche Szenen gehören zum Fußball.“

Die Zahlen sind brutal: Atlético schoss nach dem vermeintlichen Foul elfmal aufs Tor, traf kein einziges Mal. Arsenal dagegen kam mit nur vier Torschüssen aus – und steht im Endspiel. Die Spanier müssen sich fragen, warum sie 180 Minuten lang David Raya nie wirklich testeten.

Dfb muss mit nachspiel rechnen

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Die UEFA leitete bereits ein Verfahren wegen „unsportlichen Verhaltens“ ein. Simeone droht eine Sperre, Atlético eine Geldstrafe von mindestens 50.000 Euro. Für Siebert kommt die Kritik zur Unzeit – er soll bei der WM 2026 als deutscher Haupt-Schiedsrichter gesetzt sein. Ex-Top-Referee Thorsten Kinhöfer sieht Handlungsbedarf: „Wenn der VAR schweigt, muss der Schiedsrichter selbst entscheiden. Hier hat er sich versteckt.“

Das Finale findet am 30. Mai im Wanda Metropolitano statt – ironischerweise der Heimstätte von Atlético. Die Rojiblancos werden zusehen, wie der Pokal auf dem eigenen Rasen vergeben wird. Für Arsenal beginnt jetzt die Jagd auf den ersten Titel seit 19 Jahren. Und für Daniel Siebert? Die nächste Pfiffe kommt bestimmt – nur wird sie lauter klingen als je zuvor.