Zsc lions: bittere playoff-niederlage und selbstreflexion

Die Stille im Lions-Lager ist nach dem enttäuschenden Aus im Playoff-Halbfinal gegen den HC Davos fast greifbar. Der Titelverteidiger, der eine 1:4-Serie hinnehmen musste, steht vor einer harten Phase der Selbstreflexion, während Davos nun um den Titel kämpft. Sportchef Sven Leuenberger sprach nach dem Spiel deutliche Worte und machte die fehlende Effizienz im Powerplay zum Genickbruch.

Die overtime-niederlage: ein individueller fehler

Die Entscheidung fiel in der 65. Sekunde der Verlängerung, als der Davoser Stürmer Brendan Lemieux einen Sololauf hinlegte und für den Sieg sorgte. „Der Schmerz ist riesig“, gestand Leuenberger gegenüber MySports. „Wenn man so nah dran ist und das Gefühl hat, die Partie im Griff zu haben, dann tut es extrem weh.“ Besonders die Umstände des Gegentreffers – ein individueller Fehler an der blauen Linie, der Lemieux den nötigen Speed gab – schmerzten den Sportchef.

Es war nicht nur die Niederlage selbst, sondern die Art und Weise, wie sie zustande kam, die bei den ZSC Lions für tiefe Enttäuschung sorgte. Das Team hatte sich auf die Titelverteidigung konzentriert, doch die Realität sah anders aus. Die Schweizer Spieler, angeführt von Bertschy, hatten zwar vorwiegend brilliert, aber die offensive Kraft fehlte, insbesondere in Überzahl.

Leuenberger: „wir haben genug qualität“

Leuenberger: „wir haben genug qualität“

Obwohl der wichtigste Offensivmotor, Sven Andrighetto, aufgrund einer Verletzung fehlte, ließ Leuenberger dies nicht als Entschuldigung gelten. „Wir haben einen breiten Kader, wir haben genug Qualität auf dem Eis, um diese Serie zu gewinnen“, betonte er. Die Lions waren schlichtweg nicht in der Lage, ihre personellen Vorteile auszunutzen, insbesondere gegen ein defensivstarkes Davos mit einem herausragenden Sandro Aeschlimann im Tor.

Die kommenden Wochen werden zeigen, welche personellen Konsequenzen aus dem verpassten Saisonziel gezogen werden. Während Davos gegen Fribourg-Gottéron um den Titel kämpft, muss sich Zürich den schwierigen Fragen stellen: Wie kann die Effizienz im Powerplay gesteigert werden? Wie kann die Defensive stabilisiert werden, ohne die Offensive zu vernachlässigen? Und vor allem: Wie kann man verhindern, dass sich eine solche Situation wiederholt?

Die Halbfinal-Niederlage ist mehr als nur ein sportliches Missgeschick. Sie ist ein Weckruf für die ZSC Lions, eine Mahnung, dass auch Titelverteidiger nicht über sich hinausgucken dürfen. Die Saison ist zwar vorbei, aber die Arbeit für die nächste Saison hat bereits begonnen. Die Fans hoffen, dass die Lions aus ihren Fehlern lernen und gestärkt zurückkehren werden. Die bittere Wahrheit ist: Der Weg zurück zum Titel wird steinig.