Pogacar fegt romandie weg und jagt jetzt das letzte fehlende etappenpuzzle-stück

Die Schweiz war nie ein Nebenkriegsschauplatz. Tadej Pogacar fuhr nach Romandie, um zu zeigen, dass selbst ein Frühjahr mit Strade Bianche, Mailand-Sanremo, Flandern und Lüttich noch Luft nach oben lässt. Er rauschte mit vier Etappensiegen, dem Gesamtsieg und einem Satz ab, der seine DNA beschreibt: „Jeder Sieg zählt. Ich will gewinnen und die Arbeit des Teams vollenden.“

Die sieben königskinder des worldtour-kalenders

Die Rennen, die vor 2005 schon Hors Catégorie waren, gelten als gesonderte Disziplin. Wer Paris–Nizza, Tirreno, Katalonien, Baskenland, Romandie, Dauphiné und die Tour de Suisse gewinnt, schreibt sich in eine Liste ein, die vor allem eines trennt: Monumente von Monumentsiegern. Pogacar hat nun fünf davon, nachdem er in der Schweiz erstmals das Gelbe über die letzte Rampe trug.

Die fehlenden Puzzleteile: das baskische Itzulia und die Tour de Suisse. Letztere wird 2026 auf fünf Rundkurseintagesrennen geschrumpft, ein Format, das Pogacars explosiven Kurzstößen entgegenkommt. Die Vorfreude ist längst keine PR-Floskel mehr.

Lipowitz zwingt den weltmeister in die defensive

Lipowitz zwingt den weltmeister in die defensive

Die fünfte Etappe war kein Galavorstellung. Florian Lipowitz attackierte auf der Schlussrampe, zwang Pogacar, sich selbst zu retten. „Er hat mich an die Kante gedrückt, ich musste bis zur Linie kämpfen“, sagte der Slowene. Das Bild des Tages: Pogacar in Schweiss getaucht, hinter ihm der Deutsche, der bewies, dass UAE nicht einsam an der Spitze steht.

Die Statistik dahinter: Pogacar hat nun 24 WorldTour-Etappensiege in nur 51 Renntagen seit 2022. Die Quote liegt bei 47 Prozent – ein Wert, der selbst Merckx-Anhänger verstummen lässt.

Vingegaard und roglic bleiben in reichweite

Vingegaard und roglic bleiben in reichweite

Jonas Vingegaard fehlen dieselben beiden Schweizer Rennen, dafür hat er Paris–Nizza und die Volta Catalunya 2025 bereits abgehakt. Das Duell der beiden um das komplette Etappen-Set wird zur Nebengeschichte der nächsten zwei Jahre. Primoz Roglic führt mit sechs Sieben nach wie vor die ewige Rangliste an, will die Suisse aber 2026 nicht fahren. Für Pogacar wäre das ein Geschenk, das er sich selbst machen will.

Die Botschaft ist klar: Wer glaubt, Pogacar würde nach dem Giro-Tour-Double 2024 satt, kennt den Slowenen nicht. Er sammelt nicht Trophäen, er erobert Zeitabschnitte der Sportgeschichte. Die Tour de Suisse 2026 steht bereits rot im Kalender markiert. Und er wird nicht ankommen, um teilzunehmen.