Tennis-stars üben erneut druck auf grand-slam-turniere aus
Ein erneuter Sturm braut sich im Tennis zusammen: Top-Spieler, darunter Jannik Sinner und Aryna Sabalenka, haben erneut in Briefen an die Veranstalter der Grand-Slam-Turniere ihre Unzufriedenheit mit den Preisgeldern und den Rahmenbedingungen zum Ausdruck gebracht. Die Forderungen sind klar und deutlich, und die Verantwortlichen stehen unter wachsendem Druck.

Die eskalation der forderungen
Die Briefe, die bereits im vergangenen Jahr in ähnlicher Form verfasst wurden, adressieren vor allem die Diskrepanz zwischen den Einnahmen der Turniere und der Dotierung. Laut AFP haben die Spieler in ihrem Schreiben an Roland Garros ihre „tiefe Enttäuschung“ über das geplante Preisgeld für die kommenden French Open geäußert. Das ist kein isolierter Fall, denn bereits im Vorjahr hatten fast alle Topspieler zwei vergleichbare Briefe an die Grand-Slam-Verantwortlichen verschickt.
Konkret fordern die Spieler eine Erhöhung des Preisgelds, die Einzahlung eines Fonds zur Verbesserung von Renten- und Mutterschaftsleistungen sowie Mitspracherechte bei wichtigen Entscheidungen. Ihr Ziel ist es, einen Anteil von 22 Prozent der Erlöse, wie er bei den neun 1000er-Turnieren üblich ist, an die Spieler weiterzugeben. Die Ankündigung von Roland Garros, das Preisgeld um lediglich 9,5 Prozent anzuheben, wird als unzureichend abgetan.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Im vergangenen Jahr erwirtschafteten die French Open 395 Millionen Euro, was einem Plus von 14 Prozent entsprach. Die Dotierung stieg jedoch nur um 5,4 Prozent, sodass der Spieleranteil auf lediglich 14,3 Prozent sank. Auch für dieses Jahr wird erwartet, dass der Anteil der Profis unter 15 Prozent liegen wird. Ein Fakt, der die Spieler empört.
Doch es geht um mehr als nur Geld. Der Brief kritisiert, dass Roland Garros die anderen von den Spielern aufgeworfenen Themen ignoriert. „Die Ankündigung trägt in keiner Weise den strukturellen Problemen Rechnung, die die Spieler im vergangenen Jahr konsequent und berechtigterweise angesprochen haben“, heißt es darin. Es ist ein Aufschrei gegen ein System, das die Interessen der Athleten zu vernachlässigen scheint.
Die Situation ist angespannt, und die kommenden Tage werden zeigen, ob die Veranstalter bereit sind, den Forderungen der Spieler nachzukommen. Denn eines ist klar: Die Spieler haben die Mittel, den Druck aufrechtzuerhalten und die Grand-Slam-Turniere vor eine Zerreißprobe zu stellen. Die Tenniswelt hält den Atem an.
