Yb stolpert, basel lacht: europacup rutscht den bernern durch die lappen
Die Young Boys haben sich selbst in die Nesseln gesetzt. Ein 1:1 gegen Lugano, und schon liegt der Europacup-Zug nicht mehr in ihren eigenen Stiefeln. Statt Selbstbestimmung droht Fremdbestimmung – und die kommt aus St. Gallen.
Warum st. gallen plötzlich yb-retter sein könnte
Die Rechnung ist simpel, aber gemein. Gewinnen die Ostschweizer den Cup und landen parallel unter den Top drei der Liga, reicht Rang vier für die Conference League. Dann würde YB noch durch die Hintertür rutschen. Verpasst St. Gallen dagegen die Podestplätze, bleiben nur die ersten drei plus Cupsieger. In diesem Szenario dürften die Berner nicht mehr zittern, sondern zittern lassen.
Die Zahlen sind hart: Seit sieben Spielen wartet YB auf einen Sieg. 9 Punkte aus den letzten 9 Partien – das ist Abstiegsform, nicht Europapokalform. Trainer Giorgio Contini sprach von „kleinen Details“, doch die summieren sich zu einem großen Problem. Die einstige Tormaschine schaffte in den letzten vier Heimspielen gerade einmal drei Treffer. Die Abwehr kassierte in denselben Partien acht Gegentore. Das ist kein Detail, das ist ein Drama.

Basel wird zur falle – und zur farce
Nach der Länderspielpause gastieren die Berner am 23. April in der Mittagshitze von St. Jakob-Park. Dort wartet ein Basel, das seit acht Derbys ungeschlagen ist. Die letzte Niederlage der Berner in Basel? 2019. Die letzte Nullnummer in der Fussballmetropole? 2017. Statistiken sind kein Tor, aber sie nageln YB ans Kreuz der Geschichte.
Verlieren die Berner erneut, könnten sie am letzten Spieltag gar nicht mehr auf Platz vier landen. Dann würde die Saison am 28. Mai gegen Luzern nicht nur enden, sondern implodieren. Kein Europacup, kein Prämienregen, kein Gesicht. Die Spieler, die vor einem Jahr noch die Champions-League-Hymne lauschten, stünden vor der Qual zur reinen Meisterschaftsroutine.
Loftes Metzler, YB-Sportchef, betonte nach dem Remis, man habe „noch alle Trümpfe in der Hand“. Das war entweder Selbstbetrug oder schlechtes Rechnen. Die Trümpfe liegen inzwischen verstreut auf dem Tisch, und andere mischen das Deck.
Die Fans fragen sich nicht mehr, ob die Saison ein Erfolg wird. Sie fragen, wie tief der Fall noch geht. Die Antwort steht am 23. April in Basel. Dann zählt kein „wenn“ und kein „aber“, nur noch das Netz, das endlich wieder zappeln muss. Sonst bleibt von der Europatragödie nur der trostlose Abpfiff einer Ära.
