Yamal jagt die revanche: 5 tore, 4 assists – und jetzt atleti

Lamine Yamal trägt den Spotify Camp Nou heute Nacht wie einen Pulsschlag. 16 Jahre, 200 Tage. Die Zahl, die in den Köpfen der Atletico-Abwehr brennt: fünf Champions-League-Treffer in den letzten drei Spielen. Der Junge, der gegen Newcastle zweimal traf und gegen Kopenhagen die Kugel zur Ekstase bog, spürt den Geruch des Netzes. Und er spürt den Geschmack von Frust, weil ihm vor fünf Tagen im Metropolitano das Tor verweigert blieb.

Die ampel steht auf rot

Barça braucht ihn, Atletico hasst ihn. Die Matratzer wissen, was passiert, wenn sie ihn nicht stoppen: Gelb-Rot für Nico González, Gelb für Clément Lenglet. Beide Karten tragen seine Handschrift. Doch ein weiterer Faustschlag der spanischen Schiedsrichter-Kommission droht: Eine weitere Verwarnung und Yamal fehlt im Rückspiel im Metropolitano. Hansi Flick wird den Jungen nicht bremsen, er wird ihn entschärfen. „Ich habe ihm gesagt: Mach Fehler, ich stehe vor dir“, sagte der Coach. Keine Floskel, sondern Versicherung.

Die Zahlen sind ein Spiegel seiner Gier: Acht Champions-League-Einsätze, fünf Tore, vier Vorlagen. In den beiden Spielen, in denen er weder traf noch vorbereitete – gegen PSG und Chelsea –, verlor Barça. Korrelation oder Kausalität? Für den Gegner egal. Atleti wird ihn zerreißen wollen, bevor er zündet.

Neun duelle, ein tor, drei assists

Neun duelle, ein tor, drei assists

Die Bilanz liest sich wie ein Drehbuch mit offenem Ende. Neun Pflichtspiele gegen die Rojiblancos, nur ein Tor, drei Vorlagen. In dieser Saison lieferte er in vier Clásicos nur eine Torvorlage – in der Copa-del-Rey-Rückspiel im Camp Nou. Die Nullnummer vom Wochenende nagt an ihm. Zwei Liga-Spiele ohne Tor, ohne Assist. So lange war er nur einmal flügellahm: gegen Espanyol und in der Supercopa-DFB-Pokal-Doppelbelastung. Drei Partien. Gestern trainierte er mit Tennisball. Kleine Kugel, große Augen. Präzision unter Stress.

Seine Wut-Bilder vom Samstag kursieren noch durchs Netz: Lewandowski trifft zum Sieg, Yamal ballt die Faust, nicht zum Jubel, sondern aus Frust. Er hatte alles probiert. Heute will er das Netz zerreißen. Atletico wird ihn treten, ziehen, provozieren. Die Frage ist nicht, ob er aneckt – sondern wann.

Der Countdown läuft. 21.00 Uhr. Das Camp Nou wird zum Schauplatz seiner nächsten Geschichte. Entweder er trifft und schreibt Seite sechs seiner Legende. Oder er kassiert die Ampelkarte und muss zuschauen, wie das Rückspiel ohne ihn verloren geht. Barcelona hat einen Plan A: Lamine Yamal. Plan B steht nicht im Manual.