Wm-ticket oder play-off-chaos: dfb-frauen starten gegen slowenien

Dresden wird am Dienstag zur Schicksalsarena. Um 17.45 Uhr rollt der Ball im Rudolf-Harbig-Stadion, und schon nach 90 Minuten könnte klar sein, ob die deutsche Frauen-Nationalmannschaft den direkten Weg zur WM 2027 in Brasilien einschlagen oder durch zwei zusätzliche Play-off-Runden taumeln muss. Gegner Slowenien gilt als Außenseiter, doch genau das macht die Partie so brandgefährlich.

Warum schon der erste spieltag die gruppe 4 zerreißen kann

Nur die Gruppenersten fahren direkt nach Brasilien. Dahinter beginnt ein Gewirr von Relegationsspielen gegen B- und C-Liga-Teams, in dem schon Frankreich und Schweden in den vergangenen Jahren stolperten. Deutschland teilt sich die Gruppe mit Norwegen und Österreich – zwei Gegner, die in den letzten fünf Jahren jeweils mindestens einmal die DFB-Auswahl aus dem Titelrennen warfen. Verliert die Voss-Elf jetzt schon Punkte, muss sie im Juni in Oslo und im September in Wien gewinnen – eine Aufgabe, die selbst Fans mit Bauchschmerzen erwähnt.

Trainer Christian Wück hat die Mannschaft seit dem EM-Aus elf Tage in der Sportschule Kaiserlautern eingesperrt – kein Sponsor-Termin, kein Medientraining, nur Video, Spielformen und Taktik. Die Botschaft: „Wir wollen die Qualifikation so früh wie möglich klar machen, um 2026 echte Testspiele statt Zitterpartien bestreiten zu können.“

Popp jagt neid, ard setzt auf baczyk

Popp jagt neid, ard setzt auf baczyk

Alexandra Popp steht vor dem Sprung auf Platz 9 der ewigen Länderspiel-Rangliste. Ein Tor und sie überholt Birgit Prinz’ ehemalige Sturmpartnerin Inka Grings. Die Kapitänin spielte zuletzt 70 Minuten im Test gegen Schottland – ihr linker Oberschenkel ist noch nicht komplett schmerzfrei, doch sie besteht auf der Startelf. „Wenn wir hier patzen, zieht das durchs ganze Jahr“, sagt sie und meint damit nicht nur die Play-offs, sondern auch den olympischen Umweg über die Nations League.

ARD-Moderator Claus Lufen empfängt die Zuschauer ab 17.15 Uhr, Expertin Almuth Schult liefert Einblicke in die Torhüter-Seilschaften. Kommentatorin Stephanie Baczyk, erst seit zwei Jahren in der Spitzenbesetzung, hat sich auf slowenische Standards spezialisiert – ein Detail, das sich auszahlen könnte, wenn die Gäste in der 63. Minute erneut über Mindez entscheiden.

Die szene, die vor dem spiel schon für hitzige gemüter sorgt

Sloweniens Coach Damir Matovič behauptete am Montag in der Pressekonferenz, Deutschland „nicht mehr so dominant wie 2015“. Die Antwort von Dzsenifer Marozsán kam via Instagram: ein Video, das sie beim Torhänger-Training zeigt – mit dem Kommentar „Wir hören alles, wir vergessen nichts“. Emotionalität vor dem Anpfiff inklusive.

Die Zahlen sprechen dennoch für die Gastgeberinnen: 17 Heimspiele in Folge ohne Niederlage, 48 Tore in den letzten zehn Partien. Aber die Sloweninnen haben in der Quali für die EM 2025 Italien ein 1:1 entrissen und in Wien gewonnen. Klein, aber böse – genau die Sorte Gegner, die deutsche Teams in der Vergangenheit wahnsinnig machte.

Um 19.30 Uhr wird entweder die Erleichterung durch das Stadion donnern oder das mulmige Gefühl bleiben, dass der Weg nach Brasilien über Belfast, Bratislava oder vielleicht sogar Tel Aviv führen könnte. Wer nicht vor dem Fernseher sitzt, checkt den kicker-LIVE!-Ticker – dort stehen die Aufstellungen schon eine Stunde vor Anpfiff. Entscheidend ist nur eins: drei Punkte. Alles andere wäre ein Selbstversuch, sich das Leben unnötig schwer zu machen.