Schott mainz: abstieg besiegelt, aber blick nach vorne!
Der Traum von der direkten Rückkehr in die Oberliga ist für den TSV Schott Mainz geplatzt. Trotz des 3:1-Sieges gegen die Stuttgarter Kickers steht der Abstieg in die Regionalliga Südwest fest – der fünfte in dieser Saison. Ein bitteres Ende einer durchwachsenen Spielzeit, die den Verein vor große Herausforderungen stellt.
Ein blick zurück: die fatale hinrunde
Die Gründe für den Abstieg liegen auf der Hand: Eine erschreckend schwache Hinrunde mit lediglich einem Sieg ließ kaum Hoffnung auf eine Aufholjagd. Sascha Meeth, der im Sommer erneut das Traineramt übernimmt – in bewährter Zusammenarbeit mit Thomas Schwarz – räumte ein: „So eine fatale Hinrunde hätte nicht passieren dürfen. Das haben wir sehr kritisch aufgearbeitet.“ Die Mannschaft war schlichtweg nicht in der Lage, die nötigen Punkte einzufahren, um den Abstiegskampf erfolgreich zu bestreiten.

Umbruch im sommer: verjüngung und rückbesinnung
Es steht ein umfassender Umbruch bevor. Bis zu 20 Spieler verlassen den Verein, darunter erfahrene Kräfte wie Etienne Portmann und Leon Kern. Im Gegenzug werden punktuell, mit einer Handvoll externer Neuzugänge, frische Kräfte und Jugend eingebracht. Karim Zeghli und Bennett Kruse wechseln bereits fest zu den Rheinhessen. „Wir mussten nachjustieren, wie man Regionalliga spielen muss“, so Meeth, der auf eine Rückbesinnung auf die Basics setzt. Es geht darum, den Biss, die Griffigkeit und Galligkeit zurückzugewinnen, die in vielen Spielen fehlten.

Disziplinarische probleme und fehlende durchschlagskraft
Die Fülle an Platzverweisen – Liga-Rekord mit acht Gelb-Roten und vier Roten Karten – zeugt laut Meeth von mangelnder Konzentration. „Daraus ist klar geworden, dass wir gedanklich oft nicht zu 100 Prozent bei der Sache waren.“ Hinzu kam eine erschreckende Ungenauigkeit im Abschluss: Dennis De Sousa Oelsner ist mit lediglich sechs Treffern erfolgreichster Torschütze. Das zeigt deutlich, dass es an konsequenter Chancenverwertung fehlte. Viel zu oft wurden dem Gegner Geschenke verteilt, Ballverluste direkt vor dem eigenen Tor führten zu einfachen Gegentoren.

Landespokalfinale im fokus: ein letzter hoffnungsschimmer
Auch wenn der Abstiegsport bereits besiegelt ist, gibt es noch einen Grund zur Hoffnung: Das Finale im Landespokal gegen den FK Pirmasens. Der TSV hat die Chance, sich doch noch für den DFB-Pokal zu qualifizieren. „Noch Viertletzter zu werden, würde die beste Platzierung der Geschichte bedeuten“, so Meeth. Und Trainer-Eigengewächs Samuel Horozovic könnte mit dem Titelgewinn einen würdigen Abschied feiern, bevor er sich auf seine Weltreise begibt. Es ist ein letzter Versuch, die Saison mit einem positiven Gefühl abzuschließen und den Blick nach vorne zu richten.
