Italienischer fußball: steigende einnahmen trotz wm-pleite – steuern belasten den gewinn

Rom – Der italienische Fußballverband (FIGC) hat seine Bilanz für 2025 vorgelegt. Ein Blick auf die Zahlen offenbart ein überraschendes Bild: Trotz des verpassten WM-Tickets generierte der Verband Rekord-Einnahmen. Doch hohe Steuerzahlungen trüben das positive Gesamtbild.

Die faktenlage: umsatzwachstum und steuerliche belastung

Die FIGC vermeldet einen Umsatz von 214,3 Millionen Euro. Das ist der höchste Wert, der in einem Jahr ohne großes Turnier erzielt wurde. Nur bei Europameisterschaften, insbesondere 2021 mit dem EM-Titel und 2024, waren die Einnahmen höher. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich jedoch lediglich auf 146.000 Euro, nachdem der Verband 13,8 Millionen Euro an Steuern abführen musste. Diese Situation resultiert aus dem Auslaufen einer Steuerbefreiungsregelung für Sportverbände, die es ihnen ermöglichte, Gewinne für sozial relevante Projekte zu reinvestieren.

Ein entscheidender Faktor für die steigenden Einnahmen ist die erfolgreiche Kommerzialisierung des italienischen Fußballs. Seit 2019 wird der Bereich Revenue von der FIGC selbst verwaltet, was zu einer deutlichen Steigerung der Einnahmen aus Sponsoring und Werbung geführt hat. Diese sind von durchschnittlich 36 Millionen Euro pro Jahr zwischen 2015 und 2018 auf über 70 Millionen Euro pro Jahr im aktuellen Zyklus angewachsen.

Das verpasste Ticket für die Weltmeisterschaft 2026 hat jedoch seinen Preis. Schätzungen zufolge sind durch die Nicht-Qualifikation rund 100 Millionen Euro an entgangenen Einnahmen entstanden, darunter Prämien der FIFA, reduzierte Vertragsvereinbarungen, Merchandise-Verkäufe und verpasste kommerzielle Chancen. Der Generalsekretär der FIGC, Brunelli, präsentierte im letzten Föderalrat eine Überarbeitung des wirtschaftlich-finanziellen Managements angesichts dieser Entwicklung.

Um die finanzielle Stabilität zu gewährleisten, plant die FIGC eine weitere Reduzierung der Kosten und strebt an, den Verlust im Jahr 2026 auf maximal eine Million Euro zu begrenzen. Die Herausforderung besteht darin, die Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb zu maximieren und gleichzeitig die Ausgaben zu minimieren.

Die finanzielle Lage des italienischen Fußballs ist komplex. Während die steigenden Einnahmen aus der Kommerzialisierung ein positives Zeichen sind, verdeutlichen die hohen Steuerzahlungen und die entgangenen WM-Einnahmen die Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg der Nationalmannschaft. Die FIGC muss nun Wege finden, um diese Abhängigkeit zu reduzieren und die finanzielle Basis des italienischen Fußballs langfristig zu stabilisieren.

Die zukunft: kostensenkung und diversifizierung

Die zukunft: kostensenkung und diversifizierung

Die FIGC steht vor der Aufgabe, ihre finanzielle Stabilität zu sichern. Die Fokussierung auf Kostensenkungen und die Diversifizierung der Einnahmequellen werden entscheidend sein, um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Nur so kann der italienische Fußball seine Position im internationalen Wettbewerb behaupten.