Fußball-wm 2026: bielefelder forscher messen fan-euphorie mit smartwatches
Die Fußballwelt hält den Atem an, und Wissenschaftler der Universität Bielefeld wollen jetzt genauer herausfinden, wie sich diese Spannung auf die Fans auswirkt. Eine weltweite Studie, die während der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet, soll die Herzfrequenzen von Anhängern aller 48 teilnehmenden Nationen erfassen und so ein detailliertes Bild der emotionalen Achterbahnfahrt beim Fußball liefern.

Pulsierend statt nur jubelnd: die wissenschaft im einsatz
Die Idee ist so simpel wie genial: Fans aus aller Welt, ausgestattet mit intelligenten Armbanduhren, werden während der Spiele ihre Herzfrequenz messen. Das Ziel? Zu verstehen, wie der Körper auf entscheidende Momente reagiert – ein Tor für das eigene Team, ein vergebener Elfmeter, das dramatische Elfmeterschießen. Professorinnen und Professoren der Uni Bielefeld spekulieren zwar, dass beispielsweise in Südeuropa die Emotionen besonders hochkochen, möchten diesen weitverbreiteten Glauben aber nun datenbasierend und objektiv überprüfen.
“Wir wissen alle, dass Fußballfans in Brasilien oder Italien anders feiern als in Schweden – aber wir wollen es jetzt mit wissenschaftlicher Präzision belegen oder widerlegen“, erklärt Christiane Fuchs von der Universität Bielefeld. Die Studie geht jedoch noch weiter. Neben der Herzfrequenz werden die Teilnehmer auch Fragebögen ausfüllen, die Auskunft über das Verfolgen des Spiels – ob im Stadion oder vor dem Fernseher, alleine oder in der Gruppe – geben und wie sich das Spiel auf den Schlaf und den darauffolgenden Arbeitstag auswirkt. Ein ganzheitlicher Blick auf die WM-Fieber-Wirkung also.
Die Vorarbeiten sind bereits geleistet: Eine ähnliche Studie wurde bereits vor einem Jahr im Rahmen des DFB-Pokalfinales mit Fans von Arminia Bielefeld durchgeführt. Das Ergebnis war eindeutig: Im Stadion schlug das Herz deutlich schneller als beim gemütlichen Fernsehzuschauen. Nach Toren schossen die Werte förmlich in die Höhe – ein Beweis für die einzigartige Atmosphäre im Stadion.
Die Suche nach Teilnehmern läuft bereits auf Hochtouren. Egal ob Fan aus Rio, Stockholm oder München – jeder, der eine Smartwatch besitzt und bereit ist, an der Studie teilzunehmen, kann sich bei der Universität Bielefeld melden. Die Ergebnisse versprechen, unser Verständnis von Fußballleidenschaft auf ein neues Level zu heben – und vielleicht sogar einige gängige Vorurteile überwinden.
