Fußball-fieber unter der lupe: bielefelder studie misst emotionen weltweit

Die Fußballwelt hält den Atem an, und Wissenschaftler der Universität Bielefeld wollen nun genau messen, wie stark die Emotionen tatsächlich kochen. Eine bahnbrechende Studie wird während der kommenden Weltmeisterschaft die Herzfrequenzen von Fans aus allen 48 teilnehmenden Nationen aufzeichnen – ein Versuch, die subjektive Erfahrung des Fußballfiebers objektiv zu erfassen.

Herzschlag als barometer für fußball-leidenschaft

Herzschlag als barometer für fußball-leidenschaft

Lange hat man sich vorgestellt, dass beispielsweise südliche Nationen beim Fußball emotionaler zuspielen als ihre nordeuropäischen Pendants. Doch nun wollen die Bielefelder Forscher mit Hilfe intelligenter Armbanduhren und Fragebögen Beweise dafür liefern – oder die gängigen Vorstellungen widerlegen. Der Clou: Die Smartwatches messen nicht nur die Herzfrequenz, sondern erfassen auch, in welchen Situationen sie besonders stark ansteigt – etwa bei einem Tor, einem nicht gegebenen Elfmeter oder einem nervenaufreibenden Elfmeterschießen.

Ein Blick über den Tellerrand: Die Studie geht weit über die reine Messung der Herzfrequenz hinaus. Die Teilnehmer werden auch Angaben dazu machen, ob sie das Spiel alleine oder in Gesellschaft verfolgen, und ihre allgemeine Stimmung während der WM dokumentieren. Wie wirkt sich ein spannendes Spiel auf den Schlaf aus? Beeinträchtigt es die Arbeitsleistung am nächsten Tag? All diese Fragen sollen im Rahmen der Untersuchung beantwortet werden.

Die Universität Bielefeld ist damit nicht zum ersten Mal im Einsatz. Bereits im Vorjahr untersuchten sie Fans von Arminia Bielefeld während des DFB-Pokalfinales. Dabei zeigte sich, dass Stadionbesucher deutlich höhere Pulsfrequenzen aufwiesen als Fernsehzuschauer, und dass Tore zu einem regelrechten Pulsrasen führten. Diese Erkenntnisse fließen nun in die aktuelle, globale Studie ein.

Die Suche nach Teilnehmern läuft bereits auf Hochtouren. Die Forscher laden Fans aus allen 48 WM-Nationen ein, sich an der Studie zu beteiligen – unabhängig davon, wo sie leben. Wer Lust hat, das Fußballfieber mitzuermitteln, kann sich direkt an die Universität Bielefeld wenden.