Kolumbien zündet den nächsten geld-turbo: 500.000 peso starten am 3. juni
Die Geldtüten sind gepackt. Am 3. Juni öffnet die Regierung wieder die Schleusen: 500.000 kolumbianische Pesos pro Haushalt fließen in die Konten und Bar-Gelder der ärmsten Gemeinden. Wer seinen Anspruch nicht bis zum Stichtag abholt, verliert die Summe – sie wandert zurück in die Staatskasse.
So funktioniert der dritte zahlungszyklus
Nach der außerordentlichen Verlängerung des zweiten Zyklus am 20. Mai legt das Departamento para la Prosperidad Social (DPS) jetzt voll durch. Sechs Mal im Jahr, alle zwei Monate, wird „Renta Ciudadana“ ausgeschüttet – und diesmal koppelt sich das Programm erneut an die Mehrwertsteuer-Rückerstattung. Die Post und lokale Geldhäuser wie SuperGIROS und SuRed stehen bereit, doch die Uhr tickt: Wer nicht innerhalb des vorgegebenen Zeitfensters abhebt, fliegt raus.
Die Summe ist kein Pappenstiel. 500.000 Pesos entsprechen umgerechnet rund 110 Euro – in Regionen, wo ein Tageslohn kaum die Marke von fünf Euro knackt, ein Monatsnetto. Das Geld landet bei Alleinerziehenden mit Kindern unter sechs Jahren oder bei Haushalten, in denen ein Pflegebedürftiger lebt. Alle anderen extrem armen Familien mit Minderjährigen erhalten einen variablen Betrag, der die Ernährungslücke schließen soll – ein Schutzschirm gegen Kinderunterernährung.

Bargeld nur auf abruf – digitalisierung ist trumpf
Barabheber haben keine Gnadenfrist. Verpasst man den Termin, ist das Geld weg. Deshalb treibt das DPS gerade eine gewaltige Registrierungswelle voran: GIF-Mitarbeiter ziehen durch die Dörfer, melden Menschen für Bankkonten oder digitale Wallets an. Sobald die Daten stehen, landet der Betrag direkt auf dem Handy – ohne Stichtag, ohne Schalter, ohne Stress.
Wer unsicher ist, ob sein Haushalt noch auf der Liste steht, kann sich online selbst checken. Keine neuen Bewerbungen werden angenommen; das System greift automatisch auf Sisbén IV, den sozialen Haushaltsregister und indigene Gemeindelisten zurück. Einfach rentaciudadana.prosperidadsocial.gov.co aufrufen, ID-Nummer und Geburtsdatum eingeben, Captcha lösen – schon zeigt der Screen „Activo“, „Suspendido“ oder „Inactivo“. Kostet nichts, dauert keine zwei Minuten.
Für die ärmsten Gemeinden Kolumbiens beginnt jetzt der Countdown. Drei Tage noch, dann summieren sich Millionen Transaktionen – und wer schläft, verliert. Die Devise lautet: Abholen oder Abbuchen, aber nicht Aufschieben.
