Wimmer wirft hin: jahn-abgang nach nur 288 tagen
Michael Wimmer ist weg. Nach 288 Tagen, einem Fehlstart, einem Aufschwung und dem sicheren Mittelfeld der 3. Liga verabschiedet sich der 45-Jährige freiwillig aus Regensburg. Sein Ziel: die Reservebank in Kiel. Der SSV Jahn bestätigte am Dienstagmorgen den sofortigen Austritt – ein Vorgang, der selten so lauwarm daherkommt.
Der wunsch kam „wiederholt“ – verein gab schließlich nach
Philipp Hausner, Geschäftsführer Sport, redet den Bruch schön: „Im Laufe der Rückrunde“ habe Wimmer „wiederholt“ den Wunsch geäußert, den Klub zu verlassen. Der Verein habe „schlussendlich“ entsprochen. Ein Satz, der mehr enthält als gedacht: Kein heißer Streit, kein Blatt vor den Mund, nur ein wiederholtes „ich will weg“. Die Konsequenz: Auflösung „im gegenseitigen Einvernehmen“, ein Begriff, der in der Fankurve meist gelacht wird.
Für die Partie am Samstag beim 1. FC Saarbrücken übernimmt Co-Trainer Munier Raychouni das Kommando. Die Suche nach einer dauerhaften Lösung läuft „unmittelbar“, wie der Verein verkündet. In Klarsprache: Jahn sucht schon wieder den nächsten Mann, der die Saison retten soll – obwohl die Saison längst gerettet ist.

Statistik lügt nicht: 14. platz mit luft nach oben und unten
Der Absteiger schwimmt in der gefährlichen Mittelmäßigkeit: 14. Platz, 35 Punkte, weder Aufstieg noch Abstieg wirklich greifbar. Genau diese Leere mag Wimmer getrieben haben. „Ich bin stolz und dankbar zugleich“, sagt er und spielt auf den Aufschwung nach dem verpatzten Saisonstart an. Doch Stolz reicht offenbar nicht, wenn die sportliche Herausforderung darin besteht, den 13. oder den 15. Platz zu verteidigen.
Sein Lebenslauf liest sich wie eine Reise durch die deutsche Fußball-Mitte: Co-Trainer in Augsburg und Stuttgart, Interimstrainer beim VfB, nun Co-Trainer in Kiel. Der Schritt zurück in die zweite Liga ist kein Abstieg, sondern ein Statement – über Ambitionen, die in Regensburg gerade nicht mehr zu erfüllen waren.
Wimmer geht, der Jahn bleibt. Und die 3. Liga wartet auf den nächsten Trainer, der sich mit ihr zufriedengeben muss – oder auch nicht.
