Wembanyama schlägt ein: er will den mvp – und liefert sofort die beweise

Elf Minuten nach dem 136:111 gegen Miami, als der Südwest-Titel endlich wieder nach San Antonio zurückkehrt, schneidet Victor Wembanyama das Schwein auf. „Ich will den MVP. Und ich werde dafür sorgen, dass am Ende keine Diskussion mehr steht.“ Keine Floskel, kein Lippenbekenntnis – ein Kriegsplan.

Die zahlen sprechen französisch

24,3 Punkte, 11,2 Rebounds, 3 Assists, 3 Blocks – das liefert der 2,24-Meter-Mann seit 68 Spielen. Nur sechs Spieler in der Geschichte der NBA jemals mit dieser Saison-Statistik: Kareem, Hakeem, Shaq, Ewing, Robinson – und jetzt Wemby. Zweimal hintereinander. Letzte Saison war er bei 46 Spielen gestoppt worden, diesmal fehlen maximal noch drei Partien bis zur 65-Spiele-Marke. Die Regel ist kein Hindernis mehr, sondern ein Countdown.

Die Buchmacher listen Shai Gilgeous-Alexander vor Luka Doncic, Wembanyama folgt auf Platz drei. Das reicht ihm nicht. Er zieht drei Trumpfkarten: „Erstens: Defense ist 50 % des Spiels, und dort bin ich der dominante Akteur. Zweitens: Wir haben OKC fast weggefegt – drei Siege, klarer Head-to-Head. Drittens: Offense ist mehr als reine Punkte.“

Mitch johnson sieht, was kameras nicht fangen

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Sein Coach lacht nicht weg. „Ich bin befangen, okay? Aber ich sehe ihn morgens, ich sehe ihn nach Mitternacht. Er verändert Spiele, bevor der Ball aufsteigt – mit seiner Präsenz, mit seiner Stimme, mit einem Handzeichen.“ Johnson spricht von einem „gravity on both ends“, einer Anziehungskraft, die selbst rivalische Playbooks verbiegt. Die Spurs gewannen 22 der letzten 24 Spiele, stehen bei 54:18 – das beste Bilanz seit der Duncan-Ära.

Die Division ist eingetütet, Home-Court bis in die Finals wahrscheinlich. Der Gewinner der Wette auf den MVP wird nicht in Las Vegas entschieden, sondern auf dem Court 1 des AT&T Center. Wenn Wembanyama dort die letzten drei Hauptrunden-Partien bestreitet, hat er 65 Spiele auf dem Buckel – und die Liga hat ein Problem: einen französischen Riesen, der sich selbst nicht mehr fragt, ob er bereit ist, sondern ob die Liga bereit ist für ihn.