Weltmeister thannheimer zerreißt sich das knie – olympia-traum zerstört

Wendelin Thannheimer flog 128,5 Meter weit, dann brach seine Saison zusammen. Der frische Team-Weltmeister der Nordischen Kombination riss sich in Lahti das vordere Kreuzband und den Außenmeniskus – eine Diagnose, die ihn monatelang außer Gefecht setzt und die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Mailan-Cortina unmöglich macht.

Der sturz, der alles änderte

Am Freitag, kurz nach 14 Uhr Ortszeit, verlor Thannheimer nach seinem Monster-Flug das Gleichgewicht. Die Szene war gruselig: Er touchierte die Piste mit der linken Ski-Kante, drehte sich um die eigene Achse und blieb regungslos im Auslauf liegen. Eine Minute lang rührte sich nichts. Dann stand er auf – humpelnd, das Gesicht verzerrt. „Wir haben sofort mit abschwellenden Maßnahmen begonnen“, sagt DSV-Mannschaftsarzt Lukas Pecher. Die Operation folgt am Montag in München.

Der 26-Jährige hatte gerade erst im Dezember in Trondheim seinen ersten Weltcup-Podestplatz gefeiert. Drei Monate später ist seine Karriere auf Eis gelegt. Das enge Zeitfenster bis Mailand-Cortina schließt sich: Wer heute nicht sprintet, darf im Februar nicht starten.

Dsv-team wird zur mini-truppe

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Mit Thannheimer fehlt dem Deutschen Skiverband der dynamischste Springer der letzten Saison. Bleiben nur drei Athleten, die sich gegen die Norweger und Österreicher durchbeißen müssen. Johannes Rydzek bewies in Lahti mit Rang fünf, dass man auch ohne Wendelin punkten kann – aber die Tiefenstaffel fehlt.

Die Stimmung im Lager? „Wir sind geschockt“, sagt Bundestrainer Hermann Weinbuch. „Wendelin war unser Turbo.“ Nun muhht die deutsche Herde ohne ihren Stier.

Die zahl, die alles sagt

Seine Flugweite von 128,5 Metern war die längste des Tages – und wurde zur Schrecksekunde. Die Statistik kennt kein Pardon: 87 % der Athleten mit Kreuzbandriss kehren nie mehr auf ihr Leistungsniveau zurück. Thannheimer muss diese Würfelprobe bestehen, will er 2027 wieder angreifen.

Die Olympiasieger von 2026 sind längst gekürt, wenn er wieder laufen kann. Sport ist grausam – und manchmal endet ein Traum auf 128,5 Metern.