Rydzek schreibt lahti-märchen fort – kläbo raubt alle schau

Coletta Rydzek kann’s einfach nicht lassen. Zum fünften Mal sprintet die Oberstdorferin in Lahti aufs Podest – und lässt die Konkurrenz alt aussehen. Hinter den schwedischen Dauerbrennerinnen Jonna Sundling und Linn Svahn holt sie sich Platz drei, während ihre Kolleginnen Laura Gimmler und Sofie Krehl im Mittelfeld versinken.

Ein ort, der glück schreibt

Der Finnische Schneesturm von 2026? Für Rydzek ein warmes Lächeln. 2024 stand sie hier erstmals auf dem Treppchen, ein Jahr später folgte der einzige Weltcupsieg ihrer Karriere – und jetzt dies: Platz drei, trotz harten Bedingungen und einer Konkurrenz, die sich gegenseitig Jagd macht. „Lahti ist mein Lieblingsstützpunkt“, sagt sie im Ziel und klingt, als hätte sie das schon tausend Mal gedacht, aber eben auch tausend Mal gemeint.

Die Bilanz ist brutal ehrlich: Fünf Podeste in sieben Jahren, allesamt in diesem kleinen Stadion am See. Die Schwedinnen mögen dominieren, doch Rydzek hat ihren eigenen Mikrokosmos erobert. Sundling gewinnt, Svahn folgt – und die Deutsche schließt die Lücke. 2,4 Sekunden fehlen auf Platz zwei, ein halber Herzschlag auf Silber. Für sie ist das kein Trost, sondern ein Programm.

Hinter ihr das deutsche Desaster. Laura Gimmler, erst 17 Tage zuvor noch mit Olympia-Bronze im Teamsprint, verheddert sich im Viertelfinale und wird 14. Sofie Krehl rast mit gebrochenem Stock auf Rang 28 – ein kleiner technischer Defekt mit großer Wirkung. Die deutsche Damen-Equipe tritt auf der Stelle, während Rydzek allein die Fahne hochhält.

Männer laufen sich fest, kläbo fliegt

Männer laufen sich fest, kläbo fliegt

Bei den Männern ist Jan Stölben der einzige Deutsche, der den Prolog übersteht – und scheitert im Viertelfinale an der eigenen Laktatschwelle. Der Rest bleibt schon in der Quali hängen. Dafür liefert Johannes Hösflot Kläbo die Show ab. Der Norweger feiert seinen 110. Weltcupsieg, eine Zahl, die sich wie ein Tippfehler liest. 110 Siege. Mehr als manche Nation in der Geschichte des Skilanglaufs.

Kläbo verschlingt die Strecke in 2:48 Minuten, als hätte jemand die Uhr vorgestellt. Die Konkurrenz schaut zu, wie aus dem Rückstand eine Schlucht wird. Rekord-Olympiasieger? Rekord-Everything. Wer ihm hier die Show stehlen will, braucht mehr als einen guten Tag – der ist in Lahti bereits vergeben.

Rydzek jedenfalls nimmt ihre Medaille, wischt sich Schnee aus dem Gesicht und grinst. Lahti bleibt ihr Revier, selbst wenn die Welt daheim aufholen will. Und während Kläbo die Statistik sprengt, beweist sie eins: Mancher braucht keine 110 Siege, um unvergesslich zu sein – fünf Mal Glück reichen völlig.