Dttb-männer verpassen wm-podest: japan stoppt deutschen traum in london

Die deutschen Tischtennis-Männer haben in der OVO Arena Wembley die Medaille vor Augen, dann packt Japan zu. 1:3 gegen Tomokazu Harimoto und Co., und schon wieder reisen die DTTB-Kicker ohne Edelmetall nach Hause – drei Turniere in Folge, 34 Jahre nach der letzten Durststrecke.

Harimoto zerstört deutschen matchplan in 18 minuten

Benedikt Duda spielt den ersten Ball, 12 Minuten später geht er mit hängendem Kopf vom Brett. 4:11, 4:11, 6:11 gegen Harimoto – keine Chance, kein Satz, kein Mucks. „Er hat mich in meinem Tempo geschlagen“, sagt Duda später, die Stimme heiser vom schnellen Scheitern. Die Kennziffer lautet 0:1, und schon steht Bundestrainer Jörg Roßkopf mit verschränkten Armen am Tisch, als wollte er die Niederlage festhalten.

Dang Qiu gleicht kurz aus, gewinnt den Auftaktsatz 11:5, dann rutscht er ab wie auf Glatteis. Zwei Games, zwei Breaks, 1:3. Zwischen den Punkten wischt er sich den Schweiß von den Fingeln, aber die Nerven bleiben klebrig. Patrick Franziska stemmt sich mit einer Mischung aus Topspin und Temperament gegen die drohende Niederlage, schlägt Shunsuke Togami 3:1. Plötzlich steht es 1:2, und die deutsche Bank schmettert „Los geht’s!“ durch die Halle.

Qiu vergibt fünf satzbälle – und mit ihnen bronze

Qiu vergibt fünf satzbälle – und mit ihnen bronze

Im vierten Spiel holt Qiu Harimoto auf 10:10 im ersten Satz, dann auf 13:13 im zweiten. Fünf Mal hat er den Satzball auf der Schlägerseite, fünf Mal trifft der Japaner die Linie. 0:3 in Sätzen, 1:3 im Match, Saison vorbei. Die Zahlen sind hart: seit 1991 gewann Deutschland mindestens alle paar Jahre eine Medaille, nun folgen Busan 2024, Paris 2024, London 2025 – alles ohne Podest.

Die Arena verstummt, nur noch das Klackern der Bälle auf den Nebentischen hallt durch die Reihen. Roßkopf atmet tief durch, sagt: „Wir haben das Level, aber nicht die Konstanz.“ Es klingt wie ein Satz, den er sich selbst nicht glaubt.

Frauen wollen durststrecke beenden

Frauen wollen durststrecke beenden

Während die Männer Koffer packen, warten Sabine Winter und Co. auf ihren Einsatz gegen Hongkong (18.00 Uhr/Dyn). Ein Sieg würde die vierte WM-Medaille der Nachkriegszeit bedeuten – und die erste seit 1969. Die letzte deutsche Frauen-Bronze liegt also weiter zurück als die erste Mondlandung. Winter lacht trocken: „Dann wird’s aber Zeit.“

Im Mixed-Zone steht Duda mit verschmitztem Blick: „Wir kommen wieder, aber vielleicht sollten wir anfangen, Viertelfinals zu vermeiden.“ Keine Frage, nur eine Feststellung – und ein Versprechen, das sich wie ein Seufzer anhört.