Deutschlands handballerinnen glänzen – und verlassen die bundesliga

Silber bei der Heim-WM, Millionen vor den Bildschirmen, 40 neue Mädels beim HC Weiden, die sich nach dem Finale zum Handball angemeldet haben. Der Hype ist real. Das Problem auch: Fast die halbe Nationalmannschaft spielt künftig im Ausland – und die Handball-Bundesliga der Frauen schaut dabei zu, wie ihre besten Spielerinnen Koffer packen.

Wenn der erfolg das eigene haus leert

Bundestrainer Markus Gaugisch nennt es offen ein mögliches Strohfeuer. Vier Spielerinnen aus dem aktuellen Kader stehen bereits im Ausland unter Vertrag: Katharina Filter bei Team Esbjerg, Emily Vogel bei FTC Budapest, Annika Lott bei Brest Bretagne und Viola Leuchter bei Odense Handbold. Xenia Smits spielt in Metz, Aimee von Pereira in Kopenhagen, Julia Maidhof in Rumänien. Im Sommer folgen Nina Engel zu CS Gloria Bistrita und Marie Steffen zu Rapid Bukarest. Wer jetzt die Bundesliga einschalten will, um diese Spielerinnen zu sehen, wird enttäuscht.

Das ist kein Zufall. Das ist Struktur. Oder vielmehr: das Fehlen davon.

Was leuchter sagt, was gaugisch denkt

Was leuchter sagt, was gaugisch denkt

Viola Leuchter, 21 Jahre alt, frischgekürte junge Welthandballerin, spricht klar: „Es fehlt im Vergleich zu anderen Ländern noch an vielen Ecken.