Wehrlein vs. mortara: formel e entzündet ein feuerwerk auf madrids altem kampfplatz

Pascal Wehrlein trägt nur sechs Punkte Vorsprung im Rücken, doch am Samstag wird die Lücke auf 3,934 km Asphalt wachsen oder schrumpfen. Der Circuito de Madrid Jarama öffnet erstmals seine Tore für die Formel E – und serviert ein Rennen, das kein Fan verpassen darf.

Warum jarama die königsklasse der e-serie verändert

Warum jarama die königsklasse der e-serie verändert

Kein anderer Kurs war je länger, keiner bietet so viel Steigung, keiner fordert so viel Akku-Kalauer. 21 Runden, 14 Kurven, ein Uhrzeigersinn, der die Motoren schwitzen lässt. Die Gen3-Evo-Boliden müssen hier erstmals mit nur einem Attack-Mode auskommen – dafür gibt’s den „Pit Boost“: 30 Sekunden Boxenstopp, 600 kW Schnellladung, zehn Prozent Extra-Energie. Strategen rechnen heute Nacht noch durch, ob sich früher oder später anstecken lässt.

Wehrlein fuhr in Dschidda zwei Mal aufs Podest, trotzdem wirkt seine Führung fragil. Edoardo Mortara schielt von Platz zwei, Mahindra-Motor kühl wie ein Schweizer Gletscher. Und dann da hinten: Oliver Rowland (Nissan) und Nick Cassidy (Citroën) haben die Schnauze voll von Fast-Erfolgen. Sie wollen endlich den Champagner, nicht nur den Rosé auf dem Treppchen.

Jaguar schickt Mitch Evans und Antonio Félix da Costa, beide schon Sieger in dieser Saison, ins Zwielicht der madrilenischen Hügel. Die Briten haben ihren schwachen Saisonstart abgeschüttelt; in Jarama könnte der Big-Cat-Angriff beginnen. Cupra Raval fährt vor heimischem Publikum – Dan Ticktum und „Pepe“ Martí werden im Röhren der Motoren spanische Nationalhymnen hören, auch wenn kein Orchester dabei ist.

Der Kurs selbst ist ein Veteran: zwischen 1968 und 1981 neun Mal Formel-1-GP, 15 Mal Motorrad-WM. Nun elektrisches Neuland. Wer hier die ideale Linie findet, spart Watt. Wer sie verpasst, landet im Seitenstreifen der Geschichte. Temperaturprognose: 24 Grad Schatten, 45 Grad Asphalt – perfekt, um Reifen und Nerven gleichermaßen zu schmelzen.

Die Zeiten sind deutscher Ordnung: Freitag 16.30 Uhr erste Trainings, Samstag 8.30 Uhr zweite Session, 10.40 Uhr Qualifying, 15.05 Uhr Rennen. Discovery+ und HBO Max liefern das Bild, Canale 20 sendet frei empfangbar. Eurosport 2 versorgt die Traditionalisten. Streaming läuft über die offizielle Formel-E-App – wer hier nicht zuschlägt, verpasst den Moment, in dem sich die Meisterschaft entscheiden könnte.

21 Runden, 21 Chancen, ein einziger Sieger. Die Tabelle brennt, Asphalt glüht. Madrid bekommt Strom von oben – und die Fans einen neuen Lieblingsort. Am Samstagabend wird klar: war Jarama nur ein Gastspiel oder wird es zur Schlachtbank der Meisterschaft?