Von ballmoos kehrt zurück: 1:1 im wankdorf, aber die geschichte trägt sein namen
Ein Punkt, der keinem weiterhilft, und ein Torhüter, dem dieser eine Punkt alles bedeutete. Das 1:1 zwischen BSC Young Boys und FC Lugano ist am Ende nur halb über dem Strich gelandet – weil David von Ballmoos seine ehemalige Heimat mit Handschuhen voller Gefühlen betrat.
263 Mal yb, jetzt erstmals gegen yb
263 Pflichtspiele stand der 30-Jährige zuvor zwischen den Pfosten der Berner, am Sonntag war er der Gegner. Die Leihe nach Lugano schickte ihn zurück ins Wankdorf – 201 Super-League-Einsätze für die Young Boys, und der 201. gegen sie. Ein Kreis, der sich schließt, aber nicht glatt. „Gestern, als ich ins Bett ging, habe ich gemerkt, dass es für mich doch nicht ein ganz so einfaches Spiel sein wird“, sagte er nach Abpfiff zu blue Sport. Die Stimme ruhig, der Blick noch einmal zurück auf die Süd, wo er jahrelang bejubelt wurde.
Die Partie selbst? Ein Schlagabtausch ohne Sieger. Lugano ging früh durch Renato Steffen in Führung, Cedric Itten glich per Elfmeter aus. Danach schalteten beide Teams in den Modus „lieber nicht verlieren“. Die Konsequenz: Die Berner hängen weiter fünf Punkte hinter St. Gallen und Basel fest, Lugano rutscht auf Rang fünf zurück. Ein Tabellenplatz, der im Frühjahr weh tut.

Zwei punkte verloren oder einer gewonnen?
„Ich weiß nicht, was ich fühlen soll“, sagte von Ballmoos und lachte nicht. „Ist es ein gewonnener Punkt oder sind es zwei verlorene?“ Genau diese Frage stellt sich auch der Rest der Championship-Group. Luzern und Zürich patzen parallel, Sion darf wieder hoffen. Der Druck wächst, die Lücke schrumpft. Die Saison ist kurz, die Nerven kurz davor.
Der Keeper jedenfalls hat seine 90 Minuten überstanden. „Ich bin froh, dass wir die 90 Minuten hinter uns gebracht haben“, sagt er und klingt, als hätte er mehr gerockt als nur elf Gegenschüsse. Nach dem Schlusspfiff blieb er noch auf dem Rasen stehen, schaute sich um, atmete durch. Ein Gespräch mit den alten Kollegen? „Nicht ausgeschlossen“, sagt er, „aber ich brauche ein paar Minuten, um alles sacken zu lassen.“
Die Meisterfeier in St. Gallen wird vorerst verschoben, Luzern und Lausanne erhalten eine letzte Chance. Und irgendwo zwischen den Tableaus steht ein Torhüter, der an diesem Tag nicht zufrieden war, aber auch nicht leer. Der Punkt zählt für die Statistik. Die Geschichte zählt für ihn.
