Wild wings schlagen in overtime: wolfsburg fliegt raus!
05:20 Uhr, Schwenningen. Die Wild Wings trafen in der Verlängerung, das Eis bebte, Wolfsburg sank. 3:2 – Schlusspunkt unter die Grizzlys, Viertelfinale eingelocht.
Das tor, das die saison zerbarst
Spiel 5, alles auf eine Karte. In der 72. Minute presst McNeill am Bully, puckert die Scheibe an den rechten Circle, Parker nimmt direkt, Vollkontakt ins Kreuzeck – Torhüter Grubauer sieht nur noch die Lampe aufleuchten. Eine einzige Sekunde reichte, um die Niedersachsen in den Feierabend zu schicken. Die Halle tobt, 4 500 Stimmen verschmelzen zu einem einzigen Brüllen, das bis zum Neckar schallt.
Was vorher passierte? Ein Katz-und-Maus-Spiel. Wolfsburg drehte die Serie nach 0:2 auf 2:2, zwang die Wild Wings in die Verlängerung, glaubte schon an das Happy End. Doch die Schwenninger zogen den Kopf aus der Schlinge, spielten Power-Play ohne Strafe und nutzten die Lücke, die der Gegner im Erschöpfungsrausch hinterließ.

Die statistik lügt nicht
Die Wild Wings gewannen alle drei Heimspiele dieser Serie, schossen 13 Tore, kassierten nur sieben. Parker steht nun bei 5 Playoff-Treffern, McNeill liefert seine siebte Assist. Auf der Gegenseite erwischt Topscorer Bergmann nur zwei Vorlagen, bleibt in den entscheidenden Minuten unsichtbar. Die Schüsse aus dem Slot? 12:4 für Schwenningen. Die Checks in der Offensive Zone? 21:9. Die Zahlen spiegeln die Machtverhältnisse, auch wenn das Spiel so eng war wie ein Seil am Abgrund.
Für die Grizzlys endet die Reise abrupt. Sportdirektor Brandner muss den geplatzten Traum verdauen, die Kabine ist stumm. Flugzeug wartet, Koffer stehen bereit, der Urlaub beginnt mit dem bittersten Alarm aller Zeiten. Auf der anderen Seite wartet bereits das Viertelfinale – nächste Woche, nächster Gegner, nächste Chance, diesen Frühling noch länger zu verlängern.
Die Wild Wings fliegen nicht nach Wolfsburg, sie fliegen nach vorne. Wer jetzt noch zweifelt, hat die Overtime nicht gesehen.
