Vom herzstillstand zum vaterglück: lameck banda erlebt 24 stunden zwischen tod und geburt

Lameck Banda ist noch immer kein Name, der europaweite Schlagzeilen macht. Seit Montagabend sollte er es sein. Der schnelle Flügel von US Lecce brach beim Spiel in Neapel auf dem Feld zusammen, 80. Minute, Stadio Maradona, 45 000 Zuschauer verstummten. Sekunden, die sich wie Minuten dehnten. Dann sprintete Antonio Conte zur Mittellinie, winkte, schrie, deutete auf den am Boden liegenden Zambianer. Die Notärzte kamen, das Stadion hielt den Atem an.

Conte rettete mehr als nur drei punkte

Der Napoli-Coach stand genau in Blickrichtung, als Banda die Hände auf die Brust presste und nach Luft schnappte. „Wir haben solche Szenen schon erlebt“, sagte Conte später mit zitternder Stimme. „Deshalb habe ich sofort reagiert.“ Der ehemalige Inter-Trainer forderte den Schiedsrichter, das Medical Team, jeden. Die Diagnose folgte rasch: kein Herzinfarkt, sondern ein Schlag auf den Brustkorb – rechts, Glück im Unglück. Dennoch: Krankenhaus, Kontrollen, Angst.

Am nächsten Morgen die nächste Bombe. Die SMS seines Vereins: „Alles gut, du kannst nach Hause.“ Und dann das – eigentlich Unmögliche. Banda fuhr nicht in die Mannschaftsquarantäne, sondern direkt in die Klinik von Lecce. Dort wartete seine Partnerin bereits auf die Einleitung. Um 14.07 Uhr wurde Tochter Rumi Ezlyn geboren. 3,2 Kilo, gesund, laut. Der Profi hielt sie in den Armen, noch mit dem Pflaster der Katheterstelle am Handrücken.

Die serie a feiert ein leben – und vergisst die tabelle

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US Lecce postete ein Foto: Banda im Krankenhausbett, Baby auf der Brust, dahinter das Vereinswappen. Die Kommentare explodierten. Innerhalb von 24 Stunden hatte der 24-Jährige die Grenze zwischen Krieg und Frieden, zwischen Beruf und Familie durchbrochen. Die Liga selbst schickte Blumen. Der Gegner von damals, Neapel, widmete ihm das nächste Training.

Die Ärzte erlauben kein Training für zehn Tage. Kein Problem. Banda trainiert jetzt in der Wiege. „Ich habe das Gefühl, zwei Tore geschossen zu haben“, sagte er per Telefon. „Eins gegen den Schicksal, eins fürs Leben.“ Seine Mitspieler wollen ihn beim nächsten Heimspiel auf die Schultern nehmen. Die Curva Sud plant ein großes Transparent: „Benvenuta Rumi – dein Papa ist ein Krieger.“

Am Sonntag spielt Lecce gegen Empoli. Banda sitzt auf der Tribüne, Baby im Arm. Es wird sein erster Matchtag ohne Schuhe, aber mit dem wichtigsten Erfolg seiner Karriere. Die Tabelle? Nebensache. Die Serie A kann warten. Das Leben nicht.