Roma-star überfällt: bewaffnete bande knebelt el aynaoui und familie
Um 3.04 Uhr rissen sechs Männer in schwarzen Overalls die Gartentür auf, stürmten die Villa von Neil El Aynaoui in Castel Fusano und verschafften sich mit einem Brecheisen Zugang zum Wohnzimmerfenster. Sekunden später stand der Mittelfeldspieler von AS Rom mit angeleinter Waffe im Nacken neben seiner Mutter, seiner Partnerin, seinem Bruder und dessem Freundin – alle angekettet in einem 12-Quadratmeter-Gästezimmer.
Die Täter wussten offenbar, was sie suchten. In exakt neun Minuten entwendeten sie laut Polizeiangaben Schmuck im Wert von 10.000 Euro, drei Design-Handtaschen (Louis Vuitton, Hermès, Goyard) sowie eine Submariner-Uhr, Seriennummer auf 50.000 Euro versichert. Die Flucht erfolgte über die hintere Strandpromenade, wo eine schwarze Yamaha-Zodiac-Waverunner bereits lief.

El aynaoui reagiert mit profi-kaltschnäuzigkeit
Obwohl die Gangster Handys und Festnetzanschlüsse konfisziert hatten, gelang es dem 24-Jährigen, über eine versteckte Apple-Watch-Cellular-Funktion einen Notruf abzusetzen. Die Mobileinsatzgruppe der Polizia di Roma traf 18 Minuten später ein – zu spät. Die Fahndung läuft unter dem Codenamen „Operation Oceano“, die Staatsanwaltschaft vermutet einen Insider-Tipp.
Rom-Coach Daniele De Rossi setzte den Spieler sofort für das Training am Sonntag frei. Klubintern heißt es, El Aynaoui habe „noch am selben Morgen joggen wollen, um die Angst aus den Beinen zu bekommen“. Der Marokkaner selbst schwieg bisher öffentlich, postete aber auf Instagram ein schwarzes Bild mit der Zeile: „Familie heil – alles andere ist ersetzbar.“
Die Serie von Überfällen auf Serie-A-Stars reißt nicht ab: In den vergangenen 18 Monaten wurden bereits Paulo Dybala, Milan-Skriniar und Inter-Stadionchef Alessandro Antonello ausgeraubt. Die Täterbande scheinbar perfekt organisiert, Spuren verwischt, DNA-Spuren fehlen. Sicherheitsberater empfehlen Profis inzwischen Alarmanlagen mit GPS-Signalen und Panikräumen.
El Aynaoui, erst im Sommer von Lecco an die Tiber gekommen, hatte sich mit seinem Vertrag bis 2026 gerade erst den Traum vom großen Bühnnenfußball erfüllt. Nun steht vor seinem Wohnzimmer ein zerborstener Marmor, die Einschlagspuren erinnern täglich an die 540 Sekunden, in denen sein Leben auf der Überholspur schien. Die nächste Partie gegen Lecce findet am Samstag statt – er wird wohl spielen. Denn wer sich vor der Angst in die Knie wirft, verliert mehr als nur Schmuck.
