Vom 1:5 zur legende: kölner ec dreht finale gegen düsseldorf

Es gibt Spiele, die man vergisst. Und dann gibt es den 9. März 1986. An diesem Abend in Düsseldorf schrieb der Kölner EC eine der wildesten Seiten der deutschen Eishockeygeschichte — von einem 1:5-Rückstand nach zwei Dritteln zu einem 6:5-Sieg, der bis heute die Nackenhaare aufstellt.

Fünf tore in sieben minuten: die wende, die niemand kommen sah

Die Düsseldorfer EG schien das zweite Finalspiel längst in der Tasche zu haben. 5:1 nach vierzig Minuten — das ist kein Rückstand mehr, das ist eine Hinrichtung. Doch zwischen der 48. und der 55. Minute passierte etwas, das sich selbst hartgesottene Eishockeyfans kaum erklären konnten: Köln traf fünfmal. Fünf Tore. Sieben Minuten. Die Düsseldorfer standen da wie eingefroren.

Angeführt von Männern wie Udo Kießling und Uwe Krupp verwandelte sich die Mannschaft innerhalb weniger Minuten von einem scheinbar geschlagenen Haufen in eine Walze. Das 6:5 war kein Glückstreffer — es war der Ausdruck einer Mannschaft, die schlicht nicht aufhörte zu glauben, als alle anderen längst aufgehört hatten.

Eine serie, die düsseldorf nie wieder losließ

Eine serie, die düsseldorf nie wieder losließ

Was die Kölner in dieser Finalserie ablieferten, grenzte an Grausamkeit für den Gegner. Spiel eins: 6:5 für Köln. Spiel zwei: wieder 6:5, nach dem irren Comeback. Und dann Spiel drei — da ließen die Kölner gar nichts mehr zu. 6:1, kontrolliert, kalt, endgültig. Mit 3:0 in der Best-of-Five-Serie holte der Kölner EC seinen vierten deutschen Meistertitel der Bundesliga-Geschichte.

Seit 1994 trägt der Verein den Namen Kölner Haie — aber dieser Meistertitel gehört noch dem Kölner EC, jener Mannschaft, die an einem Märzabend in Düsseldorf bewies, dass ein Rückstand von vier Toren im Eishockey nicht das Ende ist. Manchmal ist es erst der Anfang.