Virtanen fällt weg – ambri steht trotzdem vor dem klassenerhalt
Jesse Virtanen wird operiert. Die Saison ist für den finnischen Offensivverteidiger des HC Ambrì-Piotta gelaufen. 53 Spiele, sieben Tore, 18 Assists – und jetzt: Stillstand.

Die leventiner spielen schon ohne ihn
Die Verletzung, deren Details das Clubbüro vorerst geheim hält, trifft den 31-Jährigen zum Zeitpunkt, da Ambri die Playouts bereits dominiert. 3:0 führt die Serie gegen den HC Ajoie. Ein einziger Sieg trennt die Tessiner vom Ligaerhalt. Dienstagabend, Valascia, 19.45 Uhr – die nächste Chance, den Koffer zu packen.
Virtanen war dieses Jahr die verdeckte Waffe von Trainer Luca Cereda. Powerplay-Anschluss, Befreiungsschläge, ein Blueliner mit Centerblick. Doch genau diese Rolle haben in den vergangenen Tagen Julius Honka und Adam Almquist übernommen. Ergebnis: zwei Siege ohne Gegentor. Die Defensive steht, der Angriff läuft. Virtanens Ausfall schmerzt, er bricht kein System.
Die Chemie im Kader stimmt. Daniel Manzato hält hinten die Tür zu, Markus Kämpf und Dario Bürgler liefern vorne die Tore. Die Bank ist kurz, aber heiß. „Wir haben gelernt, mit Engpässen umzugehen“, sagte Cereda nach dem 3:0 in Delémont. Kein Wunder: Schon in der Hauptrunde fehlten wochenlang Adrian Kempe und Luca Fazzini. Die Mannschaft gewann trotzdem vier Derbys in Serie.
Für Virtanen beginnt jetzt die Rennuhr. Rekordverdächtige 75 Minuten Eiszeit pro Partie – diese Zahlen wird er in dieser Saison nicht mehr erreichen. Sein Vertrag läuft 2025 aus. Wer jetzt mit den Leventinen den Klassenerhalt feiert, wird sich im Sommer fragen, ob ein gesunder Virtanen wieder Teil der Lösung ist oder nur ein teurer Luxus auf der blauen Linie.
Die Antwort bekommt er erst im Spätsommer. Bis dahin zählt nur das nächste Spiel. Gewinnt Ambri am Dienstag, darf Virtanen mit in den Urlaub fahren – allerdings auf Krücken. Die Liga bleibt, der Finne fällt weg. So schnell kann Eishockey sein.
