Vingegaard zerstört die alpen-queen: 20-kilometer-solo und die krone ist futsch

Der Däne grinst nicht. Er zerreißt das Feld. Mit 20 Kilometern Alleinfahrt durch die Alpen jagt Jonas Vingegaard bei der Paris–Nice die Konkurrenz in den Keller – und schickt Tadej Pogačar eine Kampfansage, die bis zum Juli nachhallt.

Vingegaard spielt pogačar-blues in der provence

Die Visma-Lease a Bike-Maschine stampft. Hinten raucht es. Auf der Côte de la Croix de Chaubouret zieht Vingegaard 2:02 Minuten aus – das ist keine Lücke, das ist eine Kluft. Hinter ihm schuftet der Franzose Paret-Peintre vergeblich, der Kolumbianer Tejada verliert 2:20. Die Uhr stoppt, die Köpfe hängen. Drei Tage vor Nizza führt der 29-Jährige mit 3:22 Minuten auf Daniel Martinez, 5:20 auf Georg Steinhauser. Das Rennen ist gelaufen – vorausgesetzt, er bleibt auf dem Rad.

Die Attacke kommt früher als erwartet. 20 Kilometer vor dem Ziel sprengt sein Zug das Feld, Affini und Campenaerts peitschen das Tempo in den Keller, dann springt der dänische Dampfhammer. Dieselbe Strecke, auf der er 2025 stürzte und aufgab, wird jetzt zur Rachebahn. „Ich wollte genau so gewinnen – mit dem Team im Rücken und der Sonne im Gesicht“, sagt er, ohne auch nur einmal zu keuchen. Champagner? „Den trinken die Jungs, ich trinke Elektrolyte.“

Die uhr tickt für pogačar

Die uhr tickt für pogačar

Vingegaard hat den Plan gewechselt. 2026 will er als Erster alle drei großen Rundfahrten gewinnen – Giro, Tour, Vuelta –, ein Triple, das Pogačar nie zuvor schaffte. Die Form, die er in der Provence zeigt, ist kein Frühlingserwachen, sondern ein Vorgeschmack auf Juli. Die Leistungsdichte: 6,8 W/kg auf der letzten Rampe. Die Herzfrequenz: konstant bei 174. Die Botschaft: unmissverständlich.

Noch drei Takt bis Nizza, doch im Lager von Red Bull-Bora-hansgrohe schlagen bereits die Stunden der Ungeduld. Martinez büßt jeden Tag Sekundenbundel ein, Steinhauser rutscht ab. Die Alpen haben entschieden – und Vingegaard weiß es. „Das Rennen ist nicht vorbei, aber die Krone sitzt fest“, sagt er und lächelt zum ersten Mal seit 178 Tagen. Keine Frage, kein Zweifel. Nur die nackte Gewissheit, dass der Thron wieder seinen Herrn gefunden hat.