Freiburg jagt historisches viertelfinale – doch genks turbo-sor bremst

Donnerstag, 21 Uhr, Luminus Arena. Für SC Freiburg tickt die Stunde der Wahrheit. Noch nie stand der Klub im Europa-League-Viertelfinale. Gegen KRC Genk soll der erste Fuß in die Runde der letzten Acht gesetzt werden. Doch ein Mann warnt: Julian Schuster. Der Coach blickt nach Belgien und sieht keinen Achten, sondern eine Falle.

„Genk ist im Achtelfinale – das reicht als Argument“, sagt Schuster. Tabelle? Egal. Seine Analysten haben andere Zahlen parat: 37,7 km/hYira Sor. Der Nigerianer flog beim 3:0 gegen Gent über den Rasen und katapultierte sich offiziell auf Platz eins der europäischen Tempoliste. Rechts, links, egal – er trifft auch noch: vier Tore in der Liga, zwei in der Europa League.

Philipp treu plant den anti-sor-kniff

Philipp treu plant den anti-sor-kniff

„Ich glaube, er läuft auf meiner Seite“, sagt Philipp Treu und schmunzelt nicht. Der 25-jährige Freiburger Außenverteidiger kennt Sprintduelle aus der Bundesliga, aber noch nie einen Gegner, der fast 38 km/h auf dem Tacho hat. Seine Taktik klingt simple, ist aber alles andere als leicht: „Wir bringen ihn ins Verteidigen, damit ihm die Power fehlt.“ Sor ohne Tempo ist wie ein Ferrari im Stau – noch gefährlich, aber wenigstens einzuholen.

Doch Sor ist nur eine Halbzeit der Gefahr. Konstantinos Karetsas liefert die zweite. Der 18-jährige Grieche steht bei drei Toren und 16 Vorlagen – in allen Wettbewerben. Sein Spiel liest sich wie eine Drohung: zwischen den Linien auftauchen, Ball ankleben, Pass spalten. Schusters Staffel hat zwei Feuerherde gleichzeitig zu löschen.

Freiburg selbst reist mit der besten Defensive der Gruppenphase (nur zwei Gegentore) und der Mentalität eines Außenseiters, der sich endlich unter die Großen mischen will. Die Breisgauer wissen: Ein Auswärtstor ist Gold, eine Null ein Juwel. Beides zusammen würde Geschichte schreiben.

Die Rechnung ist klar, die Gegner schneller als je zuvor. Wenn Freiburg träumt, muss es zuerst sprinten. Sonst zerplatzt der Traum vor eigenen Augen – und das in 37,7 Sekunden.