Víctor muñoz feiert spanien-debüt mit traumtor gegen serbien

27. März 2026, 78. Minute im Estadio Carlos Tartiere: Víctor Muñoz nimmt Ferran Torres‘ Hackenpass mit der Innenseite mit, legt sich die Kugel auf links und donnert sie aus 14 Metern unhaltbar ins lange Eck. Serbiens Torhüter Milinkovic-Savic bleibt starr, Spanien jubelt – und ein 22-jähriger Flügelstürmer von CA Osasuna schreibt Geschichte. Denn mit diesem Treffer wird Muñoz zum ersten Osasuna-Spieler, der für La Roja trifft, seit Antonio Goiburu am 15. Mai 1929 gegen England.

La furia roja braucht frisches tempo – und findet es in pamplona

Luis de la Fuente hatte Nico Williams, Dani Olmo und Lamine Yamal in der Kabine gefehlt. Statt auf Notlösungen zu setzen, griff der Nationaltrainer in die zweite Liga der Kandidaten – und landete einen Volltreffer. Muñoz, in Tudela geboren, in der Lezama-Akademie von Athletic Bilbao ausgebildet, aber seit 2024 bei Osasuna angekommen, lieferte sofort ab: 38 Minuten Laufzeit, zwei Schlüsselpässe, vier von fünf Dribblings erfolgreich, eine Torschuss-Expected-Goals-Quote von 0,62. Die Zahlen liegen auf dem Platz, doch die Story steckt zwischen den Zeilen.

„Er bringt uns die pure vertikalidad zurück“, sagte De la Fuente nach dem 2:0. Gemeint ist die Fähigkeit, innerhalb von drei Sekunden aus eigenem Zirkel heraus ins gegnerische Sechzehner-Eck zu sprinten. Kein anderer spanischer Außenbahn-Akteur legt in dieser Saison mehr meter pro 90 Minuten zurück als Muñoz (11,3 km), nur Vinícius Júnior erreicht in Europas Top-5-Ligen öfter eine Sprintgeschwindigkeit über 33 km/h. Der Vergleich mag hoch gegriffen klingen, doch der Blick auf die Rohwerte bestätigt: Osasuna hat einen Turbo gefunden und die Nationalmannschaft leiht ihn sich kurzfristig aus.

Sechs tore, fünf vorlagen – und keine spur von neid

Sechs tore, fünf vorlagen – und keine spur von neid

Die Saison ist noch nicht zu Ende, Muñoz’ Account in La Liga steht bereits bei sechs Treffern und fünf Assists. Dahinter steckt kein Strafraum-Statistiker, sondern ein Arbeitstier, das bereit ist, 70 Mal pro Partie den Rückwärts-Sprint zu absolvieren. „Ich bringe den Kämpfer-Gen von Navarra mit“, sagt er im Mixed-Zone-Flicken, „und den Ball, den ich nie verliere.“ Tatsächlich: Seine Ballverlust-Quote liegt bei 8,4 % – unter allen spanischen Flügelspielern nur noch besser als Oihan Sancet (7,9 %).

Was ihn neben Tempo und Technik auszeichnet, ist die Kaltblütigkeit im entscheidenden Moment. Das Tor gegen Serbien war sein viertes in dieser Saison nach Solo-Dribbling, kein La-Roja-Novum seit David Villa 2005. Die Tatsache, dass er das Leder mit dem zweiten Kontakt versenkte, spricht für improvisatorisches Talent. „Ich schaue mir Clips von Joaquín an, nicht von Mbappé“, verrät er. Der Respekt vor den Alten, der Hunger der Jungen – ein Mix, der in Spanien gerade wieder gefragt ist.

Osasuna profitiert vom boom – und der rest schaut auf

Osasuna profitiert vom boom – und der rest schaut auf

Mit Muñoz zählen bereits elf Spieler des roten Baskenklubs eine Laufbahn in der Selección; der Klub verwandelt sich von der Überraschungsmannschaft zum Ausbildungszentrum. Präsident Luis Sabalza rechnet vor: Der Marktwert des 22-Jährigen stieg seit dem Sommer von 8 Mio. auf geschätzte 28 Mio. Euro. Manchester United soll ein Scouting gesendet haben, Atlético Madrid habe bereits angeklopft. Doch Muñoz’ Berater lässt durchschimmern: „Erst wollen wir den Weltmeistertitel, dann sehen wir weiter.“

Für Spanien bedeutet der Sieg gegen Serbien nicht nur drei Punkte in der Nations-League-Gruppe, sondern die Rückkehr zur alten Stärke: Tempo außen, Ballbesitz innen, Wechselbad der Emotionen. Der Plan von De la Fuente lautet, bis Juni 2026 mindestens zwei Tempodreher pro Partei auf der Bank zu haben. Mit Muñoz und dem verletzungsfrei zurückkehrenden Williams droht Gegnern ein Dauerbrenner. Die Qualifikation für den Weltmeistertitel 2026 ist zwar bereits gesichert, doch die Reise nach Maroko, Portugal und Spanien wird härter als gedacht. Wer jetzt aufblüht, kann im Sommer zum X-Faktor werden.

Am 31. Mai steht das Finale der Copa del Rey im Sevillanischen auf dem Programm. Sollte Osasuna das Finale erreichen und Muñoz trifft erneut, wäre das mehr als ein PR-Coup – es wäre die Bestätigung, dass Spaniens neue Flügelzange nicht aus Barcelona oder Madrid kommt, sondern von den Schluchten des Navarra. Die Uhr tickt, die Bundesligen schauen neidisch über die Pyrenäen. Für Muñoz zählt nur der nächste Gegner, der nächste Sprint, der nächste Hackenpass. Und wenn er so weitermacht, wird der 27. März 2026 nur die erste Seite eines langen Buches sein.