Vfb stuttgart trennt sich vom traum-coach: gerber muss gehen – trotz aufstiegsplatz

Platz zwei, 42 Punkte, klare Aufstiegschance – und trotzdem ist Schluss. Heiko Gerber muss den VfB Stuttgart verlassen, sofort, mit sofortiger Wirkung. Eine Entscheidung, die selbst in der rasanten Welt des Frauenfußballs für offene Münder sorgt.

Die Begründung klingt nüchtern: „Neuer Input“ sei nötig, heißt es im offiziellen Statement. Sascha Glass, General Manager VfB Frauenfußball, spricht von „intensiven Gesprächen und Analysen“, von einer „Formkurve der letzten Monate“, die nicht mehr passt. Dabei hatte Gerber gerade erst im April seinen Vertrag bis 2027 verlängert.

Ein abgang, der keiner niederlage folgt

Zuletzt gab es ein 2:4 in Mainz, doch das war die erste Pleite nach fünf ungeschlagenen Spielen mit elf Punkten. Die Bilanz des 53-Jährigen: 91 Pflichtspiele, zwei Aufstiege in Folge, Oberliga bis 2. Bundesliga. Ein Erfolgslauf, der nun abrupt stoppt. Die Saison ist noch nicht vorbei, der Aufstieg noch nicht sicher – und genau das scheint die VfB-Verantwortlichen nervös zu machen.

Gerber bleibt, aber nicht als Coach. Seine neue Rolle ist noch offen, „in den kommenden Wochen“ soll sie definiert werden. Ein Trostpflaster? Oder ein Weg, die eigene Legende nicht zu beschädigen? Der ehemalige Bundesliga-Profi stand von 1999 bis 2007 als Spieler auf dem Rasen, danach war er jahrelang im Nachwuchsleistungszentrum tätig. Der VfB ist sein Zuhause – nur eben nicht mehr auf der Trainerbank.

Frauenfußball auf erfolgskurs – ohne seinen architekten

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Das Frauen-Team des VfB wurde 2021 gegründet, Gerber war von Anfang an dabei. Er baute das Team auf, prägte die Philosophie, schuf eine Spielweise, die nicht nur punkten, sondern auch überzeugen sollte. Nun übernimmt ein neuer Coach – Name noch unbekannt – und muss in wenigen Wochen das Erbe antreten, das Gerber in Jahren aufbaute.

Die Saison endet am 18. Mai. Drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, vier Spiele noch. Der VfB will nach oben, koste es, was es wolle – auch die Trennung vom erfolgreichsten Coach der Vereinsgeschichte. Ob das reicht, wird sich zeigen. Fest steht: Der Druck ist jetzt noch größer. Und der Aufstieg? Der ist plötzlich Pflicht.