Vanoli warnt vor rakow: 2:1 ist nichts, wir brauchen noch zehn punkte

Die Florenz-Fans sangen nach dem 4:1 gegen Cremona noch im Stadion, doch Paolo Vanoli sprach schon vom nächsten K.o. „Der Vorsprung von 2:1 aus dem Hinspiel zählt in der Conference League so gut wie null“, sagte der Trainer am Vorabend des Rückspiels bei Rakow Czestochowa. Die Nerven liegen blank, die Rechnung ist einfach: Neun Pflichtspiele bis Saisonende, zehn Punkte bis zur erträumten Serie-A-Rettung.

Vanoli fordert sofortigen reset nach cremona

Vanoli fordert sofortigen reset nach cremona

Der Sieg am Sonntag war ein Schluck Wodka nach Wochen des Frusts, aber Vanoli will keine Katerstimmung. „Wir haben die Seite umgedreht, jetzt kommt das nächste Kapitel“, sagt er in der polnischen Windkälte von Sosnowiec. Die Spieler sollen die Euphorie im Handgepäack lassen. Denn Rakow bewies im Hinspiel, dass eine schnelle Ballzirkulation und aggressives Pressing auch eine italienische Top-Elf in Bedrängnis bringt. Vanoli: „Sie sind zäh, laufen bis zum Umfallen und spielen mit dem Messer zwischen den Zähnen.“

Die Personaldecke bleibt dünn. Kean sitzt nach seiner Oberschenkelblessur zunächst wieder auf der Bank, Pongracic fehlt gesperrt, Fortini wegen Rückenproblemen ebenfalls. Vanoli muss rotieren, will aber nicht von „Notlösung“ sprechen. Er nennt es „Strategie“: Gosens ist reisefit, Balbo gewann zuletzt in der Coppa Italia Pluspunkte, Ranieri kann als Linksverteidiger oder rechts aufrücken. Im Zentrum darf Cher Ndour nach seinem Traumtor vom Hinspiel erneut beweisen, dass Talent ohne Punkte nichts wert ist.

Die Stimmung im Quartier ist laut Vanoli „gut, aber nicht euphorisch“. Er schaltet sogar Selbstkritik frei: „Meine Leistung bewerte ich erst am 24. Mai, wenn wir die 40-Punkte-Marke knacken.“ Bis dahin zählt nur die nächste Aktion. Der Coach schwört seine Profis darauf ein, dass ein Ausscheiden gegen Rakow nicht nur die Europareise beenden würde, sondern auch die fragile Serie-A-Moral wieder ins Wanken bringen könnte.

Für die Fans klingt das wie ein Horror-Szenario: Conference-League-Traum platzen und dann mit zitternden Knien in die restlichen Ligaspiele gehen. Vanoli brennt diese Bilder aus dem Hirn. „Wir spielen morgen von der ersten Minute an wie im Cup-Finale, sagt er und schickt seine Mannschaft auf einen Frost-Kampf, der über zwei Saisonziele entscheidet.