Van veen zittert vor berlin: nierensteine lassen premier-league-show platzen?

Die Uber Arena ist ausverkauft, 8.000 Fans warten auf Gian van Veen. Doch der Niederländer, Vize-Weltmeister und Shooting-Star der Darts-Szene, könnte erneut fehlen – und das mitten im Kampf gegen den Abstieg.

Der 23-Jährige lag in der vergangenen Nacht noch im Krankenhaus. Nierensteine, sagt er, hätten ihn „in drei Nächten auf sechs Stunden Schlaf reduziert“. Die Schmerzen seien so heftig gewesen, dass er nur 15 Minuten Training geschafft habe – „danach war ich platt“. Das berichtet der Sportjournalist Kevin Versteegh auf „sportnieuws.nl“, der van Veen seit dessen Junioren-Zeiten begleitet.

Die punkte-lücke wird zur falle

Nach sieben Spieltagen steht van Veen auf Platz sechs – zwei Zähler hinter Gerwyn Price, der ihm am Donnerstag in der Viertelfinal-Runde gegenüberstehen würde. Fällt van Veen aus, rutscht der Waliser automatisch ins Halbfinale. Die Premier-League-Regel: Wer nicht auftritt, verliert ohne Ersatz. Kein Joker, keine Wildcard – nur leere Bühne.

Die Konsequenz wäre ein Schlag ins Kontor für die Liga. Bereits 2024 musste Michael van Gerwen in Berlin passen – ein Ausfall, der damals für Streaming-Zahlen einbrach und soziale-Media-Emotionen bis in die Niederlande trug. Nun droht das gleiche Bild: ein holländischer Topstar, der der Hauptstadt den Saisonhöhepunkt nimmt.

Van Veen selbst schwankt zwischen Ehrgeiz und Realismus: „Ich werde mein Bestes geben, aber wenn ich zu früh zurückkomme und dann länger raus bin, nutzt das niemandem.“ Die Ärzte haben ihm keine Startfreigabe erteilt, nur ein „vielleicht“ für den späten Einschlag am Donnerstagnachmittag.

Die show muss rollen – mit oder ohne ihn

Die show muss rollen – mit oder ohne ihn

Veranstalter Matchroom Sport hat die Karten bereits verkauft, TV-Partner Sport1 und DAZN sind in der Live-Schaltung. Ein Ersatzspieler ist laut Regelwerk nicht vorgesehen, die Zuschauer bekämen stattdessen ein verkürztes Programm mit nur sieben Startern. Die Entscheidung fällt erst wenige Stunden vor dem Einlauf – klassisches Game-Day-Drama statt medizinischer Klarheit.

Die Liga spielt mit offenen Karten: Sollte van Veen passen, rückt die Tabelle enger zusammen. Price, Dimitri van den Bergh und Rob Cross würden ihre Halbfinal-Chancen plötzlich ohne Match erreichen. Für Berlin bedeutet das: mehr Waliser-Fans, weniger Oranje-Gesänge – und ein Stimmungsbild, das sich in Sekundenschnelle verschiebt.

Für van Veen bleibt nur ein kleines Zeitfenster. Er fliegt am Mittwochabend, soll direkt ins Hotel, dann ins Training. Wenn er pfeift, pfeift die ganze Arena mit – wenn nicht, bleibt der Platz leer und die Saison plötzlich länger als gedacht. Die Uhr tickt. Die Steine auch.