Doping-skandal rückt schulz auf silber: bronzener held von paris bekommt medaille nachträglich

Martin Schulz stand längst auf dem Podest – und kriegt jetzt doch noch das Edelmetall, das er im September in Paris schon verdient hatte. Der Leipziger Para-Triathlet rutscht durch die Disqualifikation des Brasilianers Ronan Nunes Cordeiro von Bronze auf Silber. Die Nachmeldung des IPC landet knapp zwei Jahre später, doch für Schulz zählt nur eins: Seine zweite Gold-Ära bekomt einen Silber-Stern.

Dopingprobe fällt auf 19-norandrosteron

Das Tribunal des Internationalen Paralympischen Komitees bestätigte am 28. Januar 2026 die vierjährige Sperre gegen Cordeiro. Das anabole Steroid 19-Norandrosteron war bei einer In-Competition-Kontrolle nach dem Sprint-Triathlon am 2. September 2024 nachgewiesen worden. Die Annullierung des Ergebnisses erfolgt rückwirkend, Schulz erhält die Silbermedaille als Ersatzgewinner. Für den 36-Jährigen ist es die erste Silber-Platzierung nach Gold 2016 und 2021 – eine ungewöhnliche Karriere-Statistik, die er mit einem trockenen Lächeln kommentiert: „Silber zu Hause ist besser als Gold im Dopingschrank.“

Der Deutsche Behinderten-Sportverband und der SC DHfK Leipzig reagierten mit einer Mischung aus Genugtuung und Wut. „Wir haben nie gezweifelt, dass Martin sauber ist“, sagt Sportdirektorin Anne Liebig. „Aber es ist ein trauriger Tag, wenn Fairplay erst nachträglich per Richterspruch obsiegt.“ Der Fall Cordeiro wirft ein Schlaglicht auf die Kontrolllücken im Para-Sport, wo Budgets für Dopingtests deutlich kleiner sind als im olympischen System.

Schulz’ nächstes ziel: heim-wm im september

Schulz’ nächstes ziel: heim-wm im september

Statt lange zu klagen, dreht Schulz direkt durch: Er startet seine Saisonsvorbereitung auf die Para-Triathlon-WM im sächsischen Düsseldorf. Dort will er vor heimischem Publikum den dritten WM-Titel nach 2017 und 2019. Die Silbermedaille wird ihm vorher feierlich überreicht – vermutlich auf dem Marktplatz von Leipzig, wo er seit Jahren mit Schulkindern joggt und den Nachwuchs coacht. „Ich will nicht der Held der Vergangenheit sein, sondern der mit den meisten Zukunftsplänen“, sagt er.

Die Nummer eins der Welt im PTS5-Klassement bleibt trotzdem ein anderer: Der US-Amerikanier Chris Hammer führt die Rangliste an. Schulz liegt nach Punkten auf Rang drei, hat aber vor eigenem Publikum die Chance, den Rückstand auf 200 Punkte zu verkürzen. Die Paralympics 2028 in Los Angeles rücken damit in greifbare Nähe – und Schulz’ Motto lautet: „Silber war gestern, Gold ist 2028.“