Van gils knackt dauphiné-kryptosprint – tuckwell trägt gelb in die alpen

Maxim Van Gils schraubte sich auf der finalen Rampe von Saint-Maurice-de-Rotherens davon, als hätte jemand seinen Rotor nachgeschaltet. Der Belgier liess Tobias Johannessen und Teamkollege Luke Tuckwell stehen, warf die Arme hoch – und schob Tuckwell prompt ins Gelbe. 1:12 Minuten Vorsprung auf Bruno Armirail, 2:00 Minuten auf Guillaume Martin – die Tour-Alpenprobe wird zur Zitterpartie.

Der wout-faktor fehlt

Wout van Aert war am Donnerstag noch der Schnellste, zog sich dann aber mit jeder Zuckung des vor Wochen verletzten Ellbogens zurück. Kein Training, nur Arzttermine. Für Jumbo-Visma ein Fragezeichen in XXL, für Red Bull-Bora ein Machtvakuum, das Tuckwell sofort füllte. Der Australier fuhr in der letzten Rechtskurve den Norweger ab, verzichtete auf Jubel, winkte nur kurz Richtung Teamwagen. Er kennt die Rechnung: zwei weitere Bergankünfte bis Sonntag, zwei Chancen für Armirail.

Die uhr tickt für die tour

Die uhr tickt für die tour

Vier Wochen bis Paris. Van Aert muss bis dahin wieder jene Allround-Gewalt sein, die Jonas Vingegaard auf den letzten Kilometren rettet. Die Ellbogenuntersuchung in Belgien wird zeigen, ob das trainierbare Schmerzpech oder doch eine Operation droht. Ohne ihn wäre Red Bull-Bora auf Knochenbrecher Carapaz angewiesen – ein Szenario, das die Euphorie von heute trübt.

Tuckwell trägt das Gelbe, Van Gils den Ruhm. Die Alpen aber halten das letzte Wort – und die Dauphiné-Datenbank zeigt: Wer am Samstag in Vaujany noch Luft hat, fliegt.