Champions league finale: kann magdeburg gegen die top-favoriten bestehen?
Köln bebt! Am kommenden Wochenende stehen die Halbfinals der Champions League an, und Deutschland schickt gleich zwei Teams ins Rennen: Der SC Magdeburg und die Füchse Berlin. Doch wer hat die besten Karten auf den Titel? Handball-Legende Daniel Stephan analysiert die Situation im exklusiven Gespräch mit Sport1 und wirft einen kritischen Blick auf die Chancen der deutschen Teams.
Ein blick auf die vermeintlichen favoriten
Während viele Experten bereits Barcelona und Aalborg in die erste Reihe setzen, sieht Stephan das Kräfteverhältnis differenzierter. "Das ist eine leichte, aber auch eine ganz schwere Frage," so der Welthandballer von 1998. Er betont, dass auch Aalborg nicht unterschätzt werden darf, auch wenn Barcelona natürlich als Favorit ins Rennen geht. Ein Final Four ist immer unberechenbar, wie die Beispiele des Bergischen HC und Lemgo in der Vergangenheit gezeigt haben. Es ist eben dieser Reiz, der so ein Turnier so spannend macht.
Stephan, der sich ehrlich gesagt nie ganz als Fan des Final Four-Formats erwiesen hat – “Es hat sich aber bewährt, weil es einfach eine geile Veranstaltung mit tollen Spielen und toller Atmosphäre ist.” – blickt dennoch mit Spannung auf die deutschen Vertreter. Er räumt ein, dass Magdeburg in den letzten Wochen nicht mehr die Konstanz der Hinrunde gezeigt hat, aber betont, dass der deutsche Meister auch die Füchse Berlin bereits zweimal in der Liga bezwungen hat.

Psychologischer vorteil für berlin?
Überraschenderweise sieht Stephan die Füchse Berlin im psychologischen Vorteil. “Die Füchse haben bewiesen, dass sie Final Four können und den DHB-Pokal gewonnen haben. Magdeburg hat vielleicht im Hinterkopf, dass es im DHB-Pokal im Final Four überhaupt nicht so gelaufen ist.” Allerdings räumt er auch ein, dass Magdeburgs jüngste Leistungsschwankungen eine Rolle spielen.
Das entscheidende Duell: Gidsel stoppen oder laufen lassen? Stephan schlägt einen interessanten taktischen Ansatz vor, wenn es darum geht, den dänischen Superstar Mathias Gidsel zu neutralisieren. “Würde ich wirklich mit sehr viel Härte angehen,” so Stephan lachend. Alternativ könnte Magdeburg versuchen, Gidsel freizuspielen und sich auf die anderen Spieler zu konzentrieren. “Lass Gidsel zwölf Tore machen und wir konzentrieren uns auf die anderen Sachen.”

Der x-faktor: gisli kristjansson
Neben Gidsel hebt Stephan auch Gisli Kristjansson als potenziellen X-Faktor für Magdeburg hervor. “Er wurde ja auch schon zweimal MVP des Final Four und ist vorne einfach eine Augenweide.” Kristjanssons Wucht und Athletik machen ihn zu einem schwer zu haltenden Gegenspieler, besonders wenn er in Fahrt kommt.
Während der Gier-Faktor im Final Four zweitrangig erscheint – “Wenn man im Final Four der Champions League Köln ist, dann will jeder gewinnen und jeder wird 120 Prozent geben.” – sind taktische Finessen und die Tagesform entscheidend. Stephan neigt zwar dazu, Magdeburg als den leichten Favoriten zu sehen, betont aber, dass es nur ein Gefühl ist. Die Torhüterleistung und die Fähigkeit, den eigenen Spielstil durchzusetzen, werden dabei eine Schlüsselrolle spielen.
Barcelona mit Emil Nielsen und Dika Mem wird ebenfalls als eine Augenweide beschrieben, während Aalborg mit Landin und Knorr unberechenbar sein kann. Die Spannung ist kaum zu überbieten, und es bleibt abzuwarten, wer sich den Titel der Champions League sichert.
