Piqué-vorwurf: tad kippt andorra-strafe – neuer disziplinarprozess möglich!

Ein überraschender Wendepunkt im Fall Gerard Piqué: Das Tribunal Administrativo del Deporte (TAD) hat die 9.000-Euro-Strafe gegen den FC Andorra aufgehoben, die die spanische Fußball-Föderation (RFEF) nach einem Vorfall im Dezember verhängt hatte. Der Grund: Verfahrensfehler. Ein Rückschlag für die RFEF, der die Tür für einen erneuten Disziplinarverfahren öffnen könnte.

Der vorfall im nou estadi encamp

Der vorfall im nou estadi encamp

Die Geschichte beginnt im Dezember vergangenen Jahres, nach dem Zweitliga-Spiel zwischen Andorra und Deportivo La Coruña. Laut Schiedsrichterprotokoll suchte Piqué, Mehrheitsaktionär von Andorra, den Unparteiischen im Pausenraum auf und soll ihm eine Entscheidung kritisiert haben mit den Worten: „Wie einfach es ist, gegen die Kleinen zu pfeifen.“ Ein Satz, der die Gemüter erhitzte und zu einer Untersuchung durch die RFEF führte.

Zunächst verhängte der Disziplinarausschuss eine Geldstrafe von 9.000 Euro und eine Verwarnung gegen Andorra, da dieser seiner Fürsorgepflicht nicht nachgekommen sei. Der Berufungsausschuss bestätigte die Strafe, obwohl er zugab, dass die richtige Vorschrift nicht angewendet worden war. Man argumentierte, Andorra habe nicht alles getan, um das Verhalten von Piqué zu verhindern.

Doch hier kommt der Knackpunkt: Der TAD rügte nun, dass die Rechtsgrundlage der Strafe im Laufe des Verfahrens geändert wurde. Ursprünglich ging es um die angebliche Anwesenheit einer unbefugten Person in einem gesperrten Bereich. Später argumentierte der Berufungsausschuss, dass die Vorschrift falsch gewesen sei, die Strafe aber dennoch aufrechterhalten wurde. Diese Umstellung, so das TAD, habe den Kern der Anklage verändert und das Recht von Andorra auf Verteidigung verletzt.

Es ist ein Verfahrensfehler, der nun die RFEF vor eine Zwangslage stellt. Die Ablehnung von Beweismitteln durch die Verbände – darunter Piqués Akkreditierung, das Sicherheitsprotokoll von Andorra und eine Zeugenaussage – wurde ebenfalls kritisiert.

Obwohl der TAD den Rekurs von Andorra vollständig angenommen hat, stellt er klar, dass die Aufhebung der Strafe nicht verhindert, dass die zuständige Disziplinarinstanz ein neues Verfahren einleiten kann, sollte es weiterhin hinreichende Anzeichen geben und keine rechtlichen Hindernisse bestehen. Die Entscheidung wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Strukturen des spanischen Fußballs und die Notwendigkeit fairer Verfahren.

Die Frage bleibt, ob die RFEF tatsächlich einen neuen Versuch unternehmen wird. Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die Zukunft von Piqué und den FC Andorra haben.