Wsv in abstiegsfieber: wunderlich zerpflückt seine mannschaft
Im Stadion am Zoo
brodelt es. Nach 13 Spielen ohne Sieg – außer dem glücklichen 1:0 gegen die U 21 des 1. FC Köln – steht der Wuppertaler SV mit dem Rücken zur Wand. Trainer Mike Wunderlich sprach nach der 1:3-Pleite gegen Paderborn II von „Gier-Defizit“, Sportdirektor Gaetano Manno vom „Ernst der Lage“. Beide wissen: Die Auswärtstrips nach Siegen und Rödinghausen werden zur Zerreißprobe.Standards, stammplatzchaos, stimmungsdelle
Zwei Gegentore nach ruhenden Bällen, eine Offensive ohne Durchschlagskraft – das 1:3 war ein Spiegelbild der vergangenen Wochen. „Unser Anschlusstreffer war eher ein Zufallsprodukt“, sagte Wunderlich und schlug damit den Nagel auf den Kopf. Drei Außenverteidiger fielen aus, Angreifer Vincent Schaub musste hinten retten. Die personelle Schieflage ist kein Alibi, sie verstärkt aber das Systemleck.
Die Statistik nagt an jedem Spieler: 13 Partien, nur ein Sieg, Pokal-Aus gegen FC Büderich. Die Fans rufen nach einem Retter, doch der Kader liefert nur Verletzte zurück. Semir Saric und Jeff-Denis Fehr kehrten zwar gegen Paderborn kurz zurück, doch 15 Minuten reichen nicht, um eine Saison zu retten.

15. Platz reicht – wenn die köpfe mitspielen
Die Rettungslinie liegt derzeit bei Rang 15. Dank der komfortablen Punktpolster von Aachen und Viktoria Köln in der 3. Liga droht kein zusätzlicher Absteiger. Doch selbst dieses „Geschenk“ nützt nichts, wenn die WSV-Elf weiterhin wie gelähnt wirkt. „Wir müssen die Blockade in den Köpfen lösen“, fordert Manno. Er spricht vom „Ruder“, das herumzureißen sei – ein Bild, das an die Dramatik der Situation erinnert.
Die nächsten 10 Spiele entscheiden über den Verbleib in der Regionalliga West. Erst Siegen, dann Rödinghausen – beide Gegner stehen ebenfalls im Sumpf. Die Chance auf direkte Duelle mit Konkurrenten ist da, doch Wunderlich warnt: „Wenn wir unsere Probleme nicht in den Griff bekommen, wird es sehr, sehr schwer.“ Die Worte klingen wie ein letzter Weckruf vor dem Abstieg in die Oberliga.
Die Uhr tickt. Der Zoo brodelt. Und die Spieler müssen endlich beweisen, dass sie mehr sind als die Summe ihrer Verletztenliste.
