Tresoldi ballert weiter: griechenland soll die nächsten kugeln kriegen

Ein Doppelpack, ein Teller Pizza – und sofort wieder Appetit. Nicolò Tresoldi hat nach dem 3:0 gegen Nordirland nicht mal den Magen voll, geschweige denn den Torhunger. Zwölf Treffer in 23 U21-Einsätzen, sieben Tore in den letzten sieben Pflichtspielen für Club und Land. Die Zahlen sind kein Zufall, sondern eine Warnung an Griechenland.

Am dienstag in athen geht’s ums em-ticket – und ums prestige

Am dienstag in athen geht’s ums em-ticket – und ums prestige

Die Pleite im Hinspiel (2:3) brennt noch. Drei Punkte trennen die DFB-Auswahl von den Hellenen, dazu eine deutlich schlechtere Tordifferenz. „Wir müssen gewinnen – am besten mit zwei, drei Toren“, sagt Tresoldi, als hätte er den genauen Spielplan schon im Kopf. Sein Lauf in Brügge (Tabellenführer, er selbst Spitzenreiter der Torjägerliste) gibt ihm das Recht, so offen zu reden.

Die U21 lebt von seinem Selbstvertrauen. Gegen Nordirland holte er einen Elfmeter raus, köpfte nach Flanke von Ansgar Knauff das 2:0 und ging mit erhobenem Kopf in die Pause. Dabei war er eigentlich nur eingewechselt worden, weil Youssoufa Moukoko angeschlagen fehlte. So schnell kann sich ein Turnier drehen.

In der Kabine gab’s Pizza. Tresoldi: „Ein kleiner Cheat-Day, aber nur, damit ich morgen wieder Vollgas geben kann.“ Der Italiener aus Cagliari spricht mit südlicher Gelassenheit, doch hinter den Augen funktioniert ein Torschützencomputer. Sein zweites Tor war ein Kopfball aus acht Metern, bei dem er sich zwischen zwei Innenverteidigern durchzog – klassische Neuner-Arbeit, die seine Mitspieler nur noch mit dem Satz kommentieren: „Der macht das eben.“

Trainer Antonio Di Salvo nennt ihn „unseren Ruhepol im Strafraum“. Gemeint ist: Tresoldi braucht keine zehn Chancen, er braucht Sekunden. Gegen Griechenland wird die U21 mehr Ballbesitz haben, aber weniger Raum. Genau dafür wurde Tresoldi gemacht.

Und danach? WM 2026 in den USA steht vor der Tür. Tresoldi umgeht die Frage mit einem Lächeln: „Ich hab bis Sommer noch ein paar offene Rechnungen.“ Klingt nach einer Drohung – für belgische Verteidiger, griechische Abwehrreihen und vielleicht auch für Hansi Flick.

Fakt ist: Wenn er so weitermacht, wird er nicht nur mit Club-Brügge Meister, sondern irgendwann auch den Sprung in den Kader der A-Nationalmannschaft erzwingen. Dann stellt sich nicht mehr die Frage, ob er dabei ist, sondern nur noch, wie viele Koffer er einpacken muss.

Am Dienstag in Athen zählt erst mal eins: Tore. Und Tresoldi hat Hunger.