Toni eggert legt schlitten endgültig nieder – 29 medaillen reichen
Die Eisrinne verliert ihren König. Toni Eggert, der Mann mit den elf WM-Titeln und 29 Podestplätzen in Olympia, WM und EM, beendet mit 39 Jahren endgültig seine aktive Laufbahn. Kein Comeback mehr, kein „vielleicht doch“. Diesmal ist Schluss, das bestätigte der Thüringer am Montag via dpa.
„Ich bin ja auch nicht mehr der jüngste“
Die Rechnung ist simpel: vier weitere Jahre bis Mailand 2026 würden aus dem Routinier einen 42-Jährigen machen. Stattdessen schlüpft Eggert jetzt in eine Pilotenuniform. Continental Aerospace, Hersteller von Flugmotoren, wartet mit einem Festvertrag. Der Schlittenfahrer mit Pilotenschein wird ab Oktober abheben – nicht mehr auf Eis, sondern in der Luft.
Bis dahin lauft er noch bei der Bundeswehr aus, wo er seit Jahren seinen Dienst versieht. Ein Karriereschritt, der konsequent wirkt: Wer sich jahrelang durch Kurven auf 140 km/h jagt, für den ist ein Cockpit fast gemächlich.

Zweiter rücktritt, erster abschied
Eggert hatte bereits im August 2023 „Ende“ gesagt, wechselte dann aber als Trainer zu den US-Rodlern. Die Sehnsucht nach dem Startklack war stärker. Im Februar 2024 kam er zurück – neuer Partner, alte Klasse. Mit Florian Müller holte er zwei Weltcup-Siege und Silber bei der EM 2026. Ein Finalsprint, der selbst seine würdigste Zusammenfassung lieferte.
Zusammen mit Sascha Benecken hatte er zuvor zehn Mal die Weltmeisterschaft und sechs Mal den Gesamtweltcup gewonnen. Pyeongchang 2018: Bronze. Peking 2022: Silber. Die Statistik kennt nur eine Farbe: Podest.
Die Eisrinne verliert damit nicht nur einen Athleten, sondern ein Stück Lehrbuch. Wer Toni Eggert nachfahren will, muss 29 Mal die Medaille schwingen – und dann noch einen Job als Flugkapitän finden.
