Kessel wolfsburg kocht über: rote karte nach schlusspfiff, feuer auf den rängen

Der VfL Wolfsburg rutscht mit dem Rücken zur Wand. Acht Spiele ohne Sieg, sechs Pleiten 2025 – und nun fackeln die eigenen Anhänger die Arena ab. Nach dem 1:2 gegen den HSV eskalierte die Lage komplett: Spieler-Rudel, Rote Karte gegen Ersatztorwart Marius Müller, bengalische Feuer und ein kleiner Brand mitten auf der Tribüne.

Warum die emotionen so hochkochten

Der Abstiegsdruck frisst sich durch jeden Tunnel und jede Kabine. Die Wölfe liegen nur zwei Punkte über dem Relegationsplatz, der erste Fall in die 2. Bundesliga wird immer wahrscheinlicher. Die Spieler spüren das, die Fans auch. Als Florian Exner in der Nachspielzeit den Ausgleich verweigerte, platzte der Kragen. Auf dem Rasen sprühten zuerst Worte, dann die Ellenbogen. Hamburg-Profi Nicolai Remberg eilte seinem Co-Trainer Richard Krohn zu Hilfe, der von drei Wolfsburgern eingekreist worden war. „Ich gehe da mit rein und helfe, meine Jungs lasse ich nie alleine“, sagte Remberg nach Abpfiff – und grinste schief: „Es ist nur gerangelt worden, nichts Schlimmes.“

Doch die Bilder lügen nicht. Die Rote Karte gegen Müller wird das DFB-Sportgericht beschäftigen, die Sicherheitsbehörden prüfen bereits, wie pyrotechnische Gegenstände ins Stadion gelangten. Mehrere Feuerwerkskörper zischten auf den Rasen, ein mittelgroßer Brand entzündete sich an der Nordkurve. Der Sicherheitsdienst stürmte, verhinderte Schlimmeres. Ein Platzsturm blieb aus – diesmal.

Was das drama für den klassenkampf bedeutet

Was das drama für den klassenkampf bedeutet

Wolfsburg kassierte das sechste Heimtor in vier Partien, die Defensive wirkt wie entzaubert. Trainer Ralph Hasenhüttl schwieg nach dem Abpfiff, ließ stellvertretend den Kapitän sprechen. Maximilian Arnold betonte, „dass wir als Team zusammenstehen“, doch der Satz klang wie ein frommer Wunsch. Die Tabelle lügt nicht: Bei 21 Punkten aus 24 Spielen steht der VfL auf dem Relegationsplatz, der HSV enteilte auf Rang zehn und hat plötzlich Luft.

Der nächste Gegner heißt Borussia Dortmund – auswärts, Signal-Iduna-Park, 81.365 Zuschauer. Dort wird der Kessel noch heißer. Wenn Wolfsburg dort nicht gewinnt, droht der Blick auf die 2. Bundesliga nicht mehr nur theoretisch. Die Saison ist noch sieben Spieltage lang, der Abstieg aber schon jetzt greifbar.