Regionalliga-reform: dfl gibt deutliches signal – kompass-modell im visier!
Die Debatte um die zukünftige Struktur des Fußball-Unterhauses spitzt sich zu. Nach zähen Verhandlungen und unterschiedlichen Positionen scheint sich nun ein klarer Weg abzuzeichnen: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in einer entscheidenden Sitzung am 20. April 2026 das sogenannte Kompass-Modell unterstützt, was die Initiative “Aufstiegsreform 2025” mit großem Optimismus auffüllt.
Einigung in sicht: was bedeutet das für die regionalligen?
Hinter dem Kompass-Modell, das von der Initiative unter der Leitung von Tommy Haeder, Geschäftsführer des Chemnitzer FC, vorgebracht wird, steht die Idee einer viergleisigen Regionalliga, in der 80 Mannschaften pro Saison nach regionalen Gesichtspunkten aufgeteilt werden. Bislang haben sich beeindruckende 77 Vereine – von der Oberliga bis zur Bundesliga – dieser Initiative angeschlossen, ein deutliches Zeichen für den dringenden Reformbedarf.
Haeder betonte die Notwendigkeit eines schnellen Konsenses: “Wichtig ist aus unserer Sicht, dass sich der DFB gemeinsam mit den Regionalverbänden auf Grundlage eines aussagekräftigen Stimmungsbildes aller Regionalligisten so schnell wie möglich auf ein Modell verständigt.” Die bisherigen Informationsveranstaltungen in allen Regionalverbänden wurden gut angenommen, und die Klubs sollen nun in einem transparenten Verfahren um ihr Votum gebeten werden.

Watzkes klare ansage: “meister müssen aufsteigen”
Der Rückhalt der DFL, insbesondere die einstimmige Zustimmung des Präsidiums unter der Leitung von Hans-Joachim Watzke, ist ein enormer Schub für die Initiative. Watzke erklärte gegenüber der SportBild: “Meister müssen aufsteigen, wir halten vier Regionalligen im Kompass-Modell für richtig.” Diese Aussage unterstreicht die Priorität des Leistungsgedankens und die Notwendigkeit einer gerechten Aufstiegsregelung.
Doch die Diskussion ist noch lange nicht abgeschlossen. Die Kontroverse um den Drittliga-Aufstieg, an der sich auch Saarbrücken und Bayreuth beteiligen, zeigt, dass unterschiedliche Interessen und Vorstellungen weiterhin bestehen. BFV-Präsident Kern brachte sogar eine alternative Variante ins Spiel und übte Kritik am DFB. Die Initiative muss nun darauf achten, dass die klare Positionierung der DFL nicht in weiteren Scheindiskussionen verloren geht.

Fahrplan zur reform: bis 2028 in kraft
Die Initiative hat einen detaillierten Fahrplan vorgelegt: Bis Ende Mai sollen die Meinungsbildungsprozesse in den Regionalverbänden abgeschlossen sein. Im Anschluss soll der DFB gemeinsam mit den Regionalverbänden eine Verständigung auf ein Modell herbeiführen. Die Detailausgestaltung ist für das erste Quartal 2027 geplant, die Umsetzung für das zweite Quartal desselben Jahres. Gezieltes soll die Saison 2027/28 als Qualifikationssaison dienen, und ab der Saison 2028/29 soll die neue viergleisige 4. Liga ihr neues Gesicht zeigen.
Die Zeit drängt. Mit dem klaren Bekenntnis der DFL und einem ambitionierten Fahrplan scheint die Regionalliga-Reform nun endlich Gestalt anzunehmen. Ob die angestrebte Umsetzung bis 2028 tatsächlich gelingt, wird von der konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten abhängen. Der Fußball braucht mehr als nur Worte – er braucht Taten.
