Regionalliga-reform: dfl gibt kompass-modell den entscheidenden schubs
Die Debatte um die zukünftige Struktur des deutschen Fußball-Unterhauses erreicht ihren Höhepunkt: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich überraschend und mit Nachdruck für das sogenannte Kompass-Modell ausgesprochen. Ein klarer Zuspruch, der die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ und deren Sprecher, Tommy Haeder, unweigerlich voranbringen dürfte.
77 Vereine setzen auf regionale ausrichtung
Hinter dem Kompass-Modell, das eine Aufteilung der Regionalligen in vier regionale Staffeln mit jeweils 80 Mannschaften vorsieht, stehen mittlerweile beeindruckende 77 Vereine – von der Oberliga bis zur Bundesliga. Ein Bekenntnis zur regionalen Verbundenheit und eine klare Ablehnung der aktuellen, oft als intransparent empfundenen Aufstiegsmechanismen. Diese Modelle wurden von einer eigens eingerichteten DFB-Arbeitsgruppe erarbeitet und den Regionalverbänden zur Bewertung vorgelegt.

Watzke: „meister müssen aufsteigen“
Die Entscheidung des DFL-Präsidiums unter der Leitung von Hans-Joachim Watzke, die am 20. April 2026 einstimmig fiel, ist ein deutliches Signal. „Meister müssen aufsteigen, wir halten vier Regionalligen im Kompass-Modell für richtig“, so Watzke gegenüber der SportBild. Das ist mehr als nur ein diplomatisches Statement; es ist ein Bekenntnis zu einer gerechteren und nachvollziehbareren Struktur.

Haeder: „ein unglaublich wichtiges signal“
Tommy Haeder, Geschäftsführer des Chemnitzer FC und treibende Kraft hinter der Initiative, reagierte euphorisch auf die Entscheidung der DFL. „Die klare Positionierung der DFL ist dabei ein unglaublich wichtiges Signal. Es ist entscheidend, dass das Thema nicht wieder in den Hintergrund rückt und der Raum für weitere Scheindiskussionen geschlossen wird.“ Die Uhr tickt, denn die Meinungsbildungsprozesse in den Regionalverbänden sollen bis Ende Mai abgeschlossen sein.

Fahrplan zur neuen 4. liga
Die Initiative hat einen konkreten Fahrplan vorgelegt: Nach Abschluss der Meinungsbildung in den Regionalverbänden soll bis Ende Mai eine Einigung auf ein Modell erzielt werden. Die Detailausgestaltung erfolgt im ersten Quartal 2027, die Umsetzung im zweiten Quartal. Die Qualifikationssaison ist die Spielzeit 2027/28, und ab der Saison 2028/29 soll die neue, viergleisige 4. Liga ihre Betrieb aufnehmen. Ein ambitioniertes Ziel, das nun durch den Rückenwind der DFL deutlich realistischer erscheint.
Die Aufstiegsreform ist längst überfällig. Die Entscheidung der DFL, sich klar zum Kompass-Modell zu positionieren, ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Bleibt zu hoffen, dass die Umsetzung zügig erfolgt und der deutsche Fußball endlich eine strukturierte und transparente Liga-Landschaft erhält. Denn eines ist klar: Die Fans verdienen es, dass die Aufstiegsmöglichkeiten nachvollziehbar sind und nicht von politischen Spielchen abhängen.
