Gummersbach schnuppert an der champions league: ein wettlauf mit vielen fragezeichen

Der VfL Gummersbach träumt vom europäischen Handball-Parkett – und das zu Recht. Nach einer Saison, die an ihre besten Zeiten in den 90er Jahren erinnert, steht der Verein vor der aufregenden Frage, ob die Reform der Champions League ihm die Tür zur Königsklasse öffnen wird. Doch die Unsicherheit ist groß, und Christoph Schindler, Geschäftsführer des VfL, äußert seine berechtigte Kritik.

Die champions-league-reform: chance oder stolperfalle?

Die champions-league-reform: chance oder stolperfalle?

Die geplante Erweiterung der Champions League von 16 auf 24 Teams eröffnet der Handball-Bundesliga theoretisch einen dritten Startplatz. Aber das ist leichter gesagt als getan. Die zusätzlichen Plätze werden nicht automatisch an die stärksten Ligen vergeben, sondern durch eine komplizierte Vergabe an andere Nationen, den Sieger der European League oder sogar als Wildcards. Das bedeutet, dass der dritte deutsche Platz keineswegs garantiert ist.

Schindler setzt darauf, dass die Top-Drei der Bundesliga sich qualifizieren werden. „Platz drei in der Bundesliga sollte höher gewertet werden als der Sieg in der European League“, so der 42-Jährige. Ein starkes Argument, das die sportliche Leistung in der nationalen Liga in den Vordergrund stellt. Doch die Entscheidung, wann und wie diese Entscheidung fallen wird, liegt allein bei der EHF – und das zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

„Das ist verrückt und zeigt das Problem im Handball auf“, ärgert sich Schindler. „Wir reden über Professionalisierung und Investitionen, und dann hat man solche Geschichten. Sportliche Qualifikationswege müssen vorher klar definiert sein.“ Seine Worte treffen den Nagel auf den Kopf: Die Vereine brauchen Planungssicherheit, um ihre Budgets und Trainingspläne entsprechend ausrichten zu können. Die späte Entscheidung der EHF könnte den ambitionierten Clubs einen Strich durch die Rechnung machen.

Der Kampf um die verbleibenden Startplätze wird spannend. Neben Gummersbach und Flensburg-Handewitt sind auch die Füchse Berlin im Rennen. Ein Dreikampf, dessen Ausgang noch völlig offen ist.

„Wir beschäftigen uns derzeit mit diesen ganzen Wenn-Dann-Spielchen nicht“, betont Schindler. „Wir wollen die bestmögliche Platzierung für uns rausholen.“ Ein pragmatischer Ansatz, der zeigt, dass sich der VfL auf das Wesentliche konzentriert: Die Leistung auf dem Feld. Ob der Traum von der Champions League in Erfüllung geht, wird die Zukunft zeigen. Fest steht: Gummersbach hat wieder einen Platz im Handball-Gespräch – und das ist mehr wert als jeder theoretische Startplatz.