Hsv gegen freiburg: jetzt zählt nur noch der sieg – sonst droht das aus
Um 15.30 Uhr rollt der Ball im Volksparkstadion, doch die Uhr tickt schon lauter. Der Hamburger SV empfängt den SC Freiburg – und spielt gegen die eigene Historie, gegen die Konterstatistik und gegen die Uhr. Wer heute verliert, kann den Sommer mit miesen Fragen verbringen.
Hsv-notstand: 2018 war gestern
Die letzte Heimpleite gegen Freiburg? Erst drei Wochen her. Die letzte Heimsieg-Überlebenshilfe? April 2018, 1:0. Seitdem wartet der HSV auf einen Pflichtspiel-Erfolg gegen die Breisgauer – zehn Partien, null Siege, viel Frust. Trainer Merlin Polzin klopft trotzdem auf die eigene Brust: „Wir haben in sechs der sieben Zweitliga-Jahre das letzte Heimspiel gewonnen.“ Die Rechnung: Tradition statt Tristesse.
Ohne Alexander Rössing-Lelesiit geht’s weiter. Der Flügelspieler laboriert an seinem Sprunggelenk wie an einem offenen Konto – immer wieder Belastung, immer wieder Rückschlag. Die Offensive soll Fabio Vieira tragen. Elf Scorerpunkte, sechs Tore, fünf Assists – und eine Vorlage zum 1:0, die kein HSV-Profi seit Heung-Min Son 2012/13 öfter geliefert hat. Die Klasse ist da, der Support fehlt.

Freiburg reist mit kater und champions-league-ticket
Donnerstagabend, Basel: Freiburg tanzt sich ins Europa-League-Finale. Jetzt sitzen sie im Flieger Richtung Hamburg – mit nur 48 Stunden Regeneration. Der SC kann heute schon die Qualifikation für die Conference League sichern, bei einem Sieg wäre Platz sieben fix. Gewinnen sie am 21. Mai das Finale, folgt die Champions League. Die Motivation ist ein Doppelpack.
Doch die Auswärtsbilanz stinkt: neun Pleiten, –16 Tordifferenz, nur der HSV (–17) und Heidenheim (–19) sind noch trister. Standards sind Freiburgs Achillesferse: schon 15 Gegentore nach Ecken, zwölf per Kopf – beides Liga-Rekord. Philipp Lienhart will das Loch stopfen. Der Österreicher gewinnt 67 % seiner Zweikämpfe, traf zuletzt selbst – und könnte heute der Rückhalt sein, der die Europa-Müdigkeit verdrängt.
Fehlen wird Yuito Suzuki. Der japanische Spielmacher fällt mit Schlüsselbeinbruch aus – ein kleiner Dämpfer für die Kombinationskultur des SC.

Dazn zeigt, free-tv verzichtet
Keine Bilder für Spartengeber: Das Spiel läuft exklusiv bei DAZN, Free-TV sender schalten ab. Wer nicht zahlt, bleibt auf SPORT1-Liveticker oder Radio Hamburg beschränkt. Die Anstoßzeit ist Programm: 15.30 Uhr, Sonne über dem Volkspark, 57.000 Stimmen, die wissen, dass ein Sieg Pflicht ist – sonst wird die Relegation zum Albtraum und die Saison zur Farce.
