Borgs dunkle vergangenheit: drogen, verluste und der kampf ums überleben

Björn Borg, der schwedische Tennis-Titan, hat in einem seltenen und erschütternden Interview Einblicke in die dunkelsten Kapitel seines Lebens gewährt. Wenige Tage vor seinem 70. Geburtstag spricht der frühere Superstar offen über Drogensucht, falsche Freunde und den fast tödlichen Abstieg, der ihn nach seiner Karriere zu heimsuchen drohte.

Der fall eines idols: vom ruhm in die sucht

Die Welt feierte Björn Borg als den ersten Popstar des Tennis, doch der frühe Ruhm währte nicht lange. Nach dem abrupten Karriereende 1981, mit nur 25 Jahren, folgte ein tiefer Fall. Borg gesteht, dass er kurz darauf mit dem Konsum von Kokain begann – eine Spirale, die ihn an den Rand des Abgrunds trieb. „Ich nahm nur Kokain, aber das ist ja schlimm genug“, so Borg in der Süddeutschen Zeitung. „Man denkt einfach nicht, dass es wirklich schlecht für einen ist.“

Die Drogensucht erreichte ihren traurigen Höhepunkt in den späten 80er Jahren in Italien und Mitte der 90er Jahre in den Niederlanden, als Borg fast zweimal starb. „Ich werde sterben, wenn ich die Drogen nicht loswerde!“, erinnert er sich mit schauerlicher Klarheit.

Ein Teufelskreis der Ablehnung: Was besonders schmerzt, ist die Erkenntnis, dass Borg jede Hilfe aus seinem Umfeld abblockte. „Keine Ahnung, warum. Das war einfach dumm von mir“, gibt er heute zu. Ein Eingeständnis, das die Tragweite seiner persönlichen Krise noch deutlicher macht.

Die rückkehr ins leben: tennis als rettung

Die rückkehr ins leben: tennis als rettung

Heute, viele Jahre später, blickt Borg auf ein Leben zurück, das er selbst als „Überleben“ bezeichnet. „Ich habe mich selbst aus dem Loch, in dem ich steckte, gekämpft. Das ist im Rückblick etwas, auf das ich stolz bin.“ Der Weg zurück in die Tenniswelt, nach Jahren der Abwesenheit, erwies sich als entscheidender Wendepunkt. „Ich wollte einen Zeitplan haben. Etwas, an dem ich mich festhalten kann. Und überleben. Von den Drogen loskommen. Darum ging es bei meinem berühmten Comeback. Tennis rettete mich.“

Neben den persönlichen Dämonen kämpft Borg auch mit den Folgen falscher Geschäftsentscheidungen. Er verlor beträchtliche Summen, weil er dem falschen Leuten vertraute. „Viele versuchten, mich zu betrügen. Und sie taten es. Ich gab ihnen die Möglichkeit dazu.“

Und dann die Diagnose: Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass Borg an Prostatakrebs erkrankt ist. „Gerade geht es gut“, betont er. „Ich muss mich weiterhin nur regelmäßig untersuchen lassen. Das gehört zu meinem Leben nun dazu.“

Björn Borg, der Mann, der die Tenniswelt in den 80er Jahren dominierte und elf Grand-Slam-Titel gewann, hat einen Kampf hinter sich, der weit über die Grenzen des Courts hinausging. Sein Beispiel mahnt: Selbst die größten Helden können zerbrechlich sein, aber mit Mut und Entschlossenheit ist es möglich, aus der dunkelsten Nacht ins Licht zurückzufinden.