Aldeguer: der aufstieg des italienischen talents mit brembo-notizbuch
Fermin Aldeguer, der junge spanische MotoGP-Pilot, hat in der Welt der Motorradrennen für Aufsehen gesorgt – nicht nur durch seine Leistungen auf der Strecke, sondern auch durch eine ungewöhnliche Vorgehensweise. Der 21-Jährige, der gerade von einer schweren Verletzung zurückkehrt, hat bei einem Interview ein Notizbuch und einen Stift dabei gehabt und während des Gesprächs Notizen gemacht. Eine Geste, die ihn von allen anderen Fahrern unterscheidet und seinen unbändigen Ehrgeiz unterstreicht.
Die rückkehr nach dem kreuzbruch und das vr46-team
Aldeguer erlebte einen schwierigen Saisonstart. Ein im Januar erlittener Femurfraktur zwang ihn dazu, den ersten Grand Prix in Thailand zu verpassen. Doch er kämpfte sich zurück und zeigte mit einem beeindruckenden dritten Platz in Barcelona, dass er zu den besten Fahrern der MotoGP gehört. Besonders bemerkenswert ist der Wechsel zu Valentino Rossis VR46-Team im Jahr 2027. Als erster Ausländer in der prestigeträchtigen Mannschaft steht Aldeguer vor einer großen Herausforderung und Chance, sein Talent auf höchstem Niveau zu beweisen.
“Der Podiumsplatz in Barcelona hat mir sehr viel Selbstvertrauen gegeben”, so Aldeguer. “Wenn man da oben steht, vergeht die Müdigkeit sofort. Mir fehlen aber noch etwa zwanzig Hundertstelsekunden in der Qualifikation.”

Die ungewöhnliche vorbereitung: ein interview als beobachter
Doch was wirklich auffiel, war Aldeguer’s Methode zur Vorbereitung auf das Interview. In Absprache mit seinem Team Gresini und Brembo erschien er mit Stift und Papier, als wäre er selbst der Interviewer. Er notierte sich während des Gesprächs immer wieder etwas, was ihn beeindruckte oder worauf er später zurückkommen wollte. Diese unkonventionelle Herangehensweise zeigt seine analytische Denkweise und seinen Wunsch, jeden Aspekt seines Rennsports zu verstehen.
“Ich bin immer schon ein Fahrer gewesen, der viel Wert auf das Gefühl für die Maschine und die Reifen legt”, erklärt er. “Die Bremsen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Ich bremse spät und stark, und das hat sich als meine Stärke erwiesen. Die Zusammenarbeit mit Brembo war dabei sehr wichtig, um mein Gleichgewicht zu finden.”
Die ducati-aprilia-debatte und die ziele für die zukunft
Aldeguer räumt ein, dass er noch nicht zu 100 Prozent fit ist und die Rehabilitation weiterhin eine Rolle spielt. Dennoch zeigt er sich optimistisch und setzt sich ehrgeizige Ziele für die Zukunft. “Ich möchte unter die Top Fünf der Weltmeisterschaft fahren, vielleicht sogar noch weiter nach vorne. Es wird nicht einfach, aber ich bin bereit, hart dafür zu arbeiten.”
Die Diskussion über die Stärken von Ducati und Aprilia wird ebenfalls angesprochen. Aldeguer betont, dass beide Hersteller auf höchstem Niveau mitmischen und die Unterschiede nicht so groß sind, wie oft angenommen wird. “Aprilia hat zwei sehr starke Fahrer, und Ducati hat sich in der Vergangenheit immer wieder bewiesen.”
Aldeguer beendet das Interview mit einem Lächeln und zeigt sein Notizbuch, auf dem er das stilisiertes “54” notiert hat – seine Geburtszahl. Ein Zeichen dafür, dass er trotz aller Herausforderungen und Rückschläge fest an sich und seine Ziele glaubt. Die MotoGP-Welt wird es mit Spannung verfolgen, wie sich Fermin Aldeguer in den kommenden Jahren entwickelt und ob er sein Potenzial voll ausschöpfen kann.
