Swiss-league-halbfinale: sierre peilt titel, visp jagt den traum von der nl
Die Playoff-Luft wird dünner, die Schlittschuhe schneller. Vier Teams haben den Einzug ins Swiss-League-Halbfinale geschafft – zwei spielen um den Titel, zwei um den Aufstieg. Die Devise lautet: Sieg oder Saisonende. Für HC Sierre und EHC Olten geht es um Prestige, für EHC Visp und HC La Chaux-de-Fonds um den Sprung in die National League.
Sierre gegen olten: david trifft auf goliath – mit seitenwechsel
Der Qualifikationssieger Sierre war in der Regular Season ein Dauerbrenner, Olten schrammte nur knapp am Viertelfinal-Aus vorbei. Die Bilanz? 33 Punkte Vorsprung für die Walliser. Doch die Playoffs schreiben eigene Gesetze. Olten schaltete die GCK Lions mit 4:1 aus, Sierre dominierte den HC Thurgau. Besonders Jayce Hawryluk glänzte mit elf Scorerpunkten in fünf Spielen – ein Offensivpaket, das sich Sierre genau anschauen wird.
Die Saisonbilanz spricht klar für Sierre: fünf Siege in fünf Duellen. Dennoch: Olten gewann das letzte Heimspiel mit 5:2. Das gab Selbstvertrauen. Das Problem: Sierre besitzt das beste Boxplay der Liga. Oltens Überzahldauer werden sofort neutralisiert. Chris McSorley gegen Christian Wohlwend – ein Duell auf Augenhöhe. Unser Tipp: Sierre siegt in sechs Spielen, weil die Tiefe der Walliser am Ende über die Power von Hawryluk triumphiert.

Visp gegen la chaux-de-fonds: zwischen nachwuchs und abschied
Hier stehen sich zwei Klubs gegenüber, die den Mund nach der NL haben. Visp brauchte sechs Spiele, um Basel zu bezwingen. La Chaux-de-Fonds ließ Chur nach einer 2:0-Führung noch einmal aufschließen, zog aber ebenfalls souverän ins Halbfinale ein. Im Tor duellieren sich Juho Markkanen, 23-jähriger NHL-Draft-Pick, und Viktor Östlund, 31, der nach dieser Saison zu EHC Biel wechselt. Einer wartet auf den Durchbruch, der andere auf den Abschied.
Die Direktbegegnungen? 3:2 für La Chaux-de-Fonds, aber die letzten beiden Spiele gingen erst im Penaltyschießen über die Bühne. Ergebnis: Visp hat Nervenstärke bewiesen. Die Walliser sind in der Defensive kompakter geworden, der Matchwinner könnte diesmal Markkanen sein. Unsere Prognose: Visp gewinnt 4:3, weil sich in Spiel sieben die jungen Beine durchsetzen und Östlunds Rückzugsgefecht einen Tick zu spät kommt.
Die Swiss League liefert das, was die NL dieses Jahr vermissen lässt: echte Abstiegsdrama und Aufstiegsträume. Am Ende stehen zwei Finalszenarien: Entweder Sierre gegen Visp – dann kämpft der Titelverteidiger gegen den Aufstiegsaspiranten. Oder Olten gegen La Chaux-de-Fonds – dann würde das Playoff-Finale gleichzeitig das Aufstiegs-Ticket lösen. Eines ist sicher: In zehn Tagen kennen wir den neuen Meister – und vielleicht auch den neuen NL-Starter.
