Galliani packt aus: sacchi verhandelte kein gehalt – „ich musste selbst die summe nennen“

Adriano Galliani erzählt im Podcast Colpi da Maestro, wie Arrigo Sacchi 1987 ohne jedes Honorar-Gerangel zum AC Milan kam – und wie eine wilde Bonus-Klausel den Coach zum bestbezahlten Magier Europas machte.

Die parma-pleiten, die berlusconi wütend machten

Erst schlägt der Underdog im August 1986 im Freundschaftsspiel besser aus, dann blamiert er die Rossoneri zweimal in der Coppa Italia. Silvio Berlusconi platzt der Kragen: „Hat Parma bessere Spieler?“ Galliani schluckt: „Nein, Präsident.“ – „Warum spielen die dann besser?“ Die Antwort kommt wie aus der Pistole: „Die haben wohl einen guten Trainer.“

Der Name des Architekten: Arrigo Sacchi. Ein Mann, der seine Mannschaft in 4-4-2 presste, als wäre das Spiel eine 90-minütige Attacke auf die Sinne.

Ein abendessen, ein handschlag, ein historiker-deal

Ein abendessen, ein handschlag, ein historiker-deal

Nach dem Rückspiel lädt Galliani Parmas Präsidenten zum Essen ein. Sacchi sitzt mit am Tisch, redet leise, redet Taktik, redet Vision. Kein Agent, kein Anwalt, kein Geld-Gerede. Monate später ruft Galliani an: „Komm nach Mailand.“ Sacchi antwortet nur: „Wenn ihr mich wollt, bin ich da.“

Verhandlung? Fehlanzeige. Galliani: „Er hat keinen einzigen Lira gefordert. Ich musste selbst eine Zahl in den Raum werfen.“ Sacchi nickt, aber er hat eine Bedingung: Gewinnt er den Titel, verdoppelt sich sein Salär – jedes Jahr aufs Neue. Scudetto, Coppa dei Campioni, wieder Coppa dei Campioni. Ein Verdienst-Versprechen, das sich wie ein Aktien-Boom ausnahm.

Resultat: 1988 Meisterschaft, 1989 und 1990 Champions-Cup. Theoretisch hätte Sacchi nach drei Jahren das achtfache seiner ursprünglichen Summe kassiert. Galliani lacht heute: „Am Ende war er der teuerste Trainer Europas – und keiner hatte ihn je verhandelt.“