Streich schimpft: wm-tickets versauen den fußball!
Die Fußballwelt steht Kopf – und Christian Streich auch. Der ehemalige Freiburg-Trainer und TV-Experte lässt seiner Wut über die astronomischen Ticketpreise bei der WM 2026 freien Lauf. Was als Fußballfest gedacht ist, droht zur elitären Veranstaltung zu verkommen, so Streich in einem Gespräch mit dem Kicker.

Die fifa macht's möglich: profite am volk vorbei
Die Preise, insbesondere jene, die über den offiziellen Zweitmarkt der FIFA angeboten werden, sind schlichtweg absurd. Schon das vermeintlich günstigste Ticket kostet schlappe 550 Dollar. Das ist mehr als nur eine Unannehmlichkeit; es ist eine klare Abgrenzung, die ganze Bevölkerungsschichten vom Erlebnis fußball ausschließt. Streich spricht Klartext: „Das ist mehr als traurig und macht mich richtig wütend.“
Es geht nicht nur um die Höhe der Preise, sondern auch um die dahinterstehende Philosophie. Streich sieht eine gefährliche Entwicklung, in der Profitmaximierung über alles andere gestellt wird. „Was da aktuell bei der WM mit den Tickets passiert, ist pervers: Profitmaximierung um jeden Preis und eben auf Kosten vieler Menschen.“ Eine solche Entwicklung entfremde den Sport von den Menschen, die ihn eigentlich lieben.
Die Freiburg-Ikone stellt eine fundamentale Frage: „Wo kommen denn noch verschiedene Gesellschaftsschichten zusammen?“ Die Antwort ist bedrückend: „Beim Sport oder allenfalls noch in Einrichtungen wie einem Schwimmbad.“ Ein Sport, der sich einer breiten Bevölkerung verschließt, verliert seinen sozialen Kitt.
Doch es gibt Hoffnung. Streich blickt optimistisch auf die Europameisterschaft 2028 in Großbritannien, wo die UEFA angekündigt hat, 40 Prozent der Tickets für 30 bis 60 Euro anzubieten und auf das umstrittene „Dynamic Pricing“ zu verzichten. Ein erster Schritt in die richtige Richtung, so Streich, der sich wünscht, dass auch andere Ausrichterländern diesem Beispiel folgen.
Die Ticketpreise bei der WM 2026 sind ein deutliches Zeichen für die zunehmende Kommerzialisierung des Fußballs. Es bleibt zu hoffen, dass Verantwortliche wie die UEFA und Ausrichterländern erkennen, dass der Sport mehr ist als nur ein Geschäft und dass der Zugang für alle Menschen erhalten bleiben muss. Denn fußball lebt von seiner Vielfalt und Inklusivität – und das darf man nicht durch überhöhte Preise verspielen.
