Zverev zieht locker ins achtelfinale ein – cilic wartet, sinner fliegt mit
Miami schwitzt, Zverev lächelt. 70 Minuten und ein paar Handtuch-Schläge später steht der Hamburger wieder in Runde drei, wo Marin Cilic auf ihn lauert. 6:2, 6:4 gegen den Qualifikanten Martin Damm – ein Ergebnis, das lauter ist als die Musik in den VIP-Lounges.
Die deutsche Nummer eins hatte den US-Boy fast schon versenkt, bevor dessen Familienname die Zuschauer daran erinnerte, dass Vater Damm einst selbst auf der ATP-Tour servierte. Doch Väter helfen kaum, wenn Zverev die Grundlinie so früh verschiebt wie ein Miami-Beach-Becken, das den Takt wechselt. Erst nach 1:09 Stunden war der Matchball da – und mit ihm die Gewissheit, dass in Miami nur noch einer die deutsche Flagge schwenkt.

Cilic ist kein fremder, aber ein unbekannter
Der Kroate mit dem Eisen-Aufschlag kennt den Hardcourt in Key Biscayne so gut wie seine Schlägertasche. 2016 stand er hier im Finale, und wer seine Schlägergeschwindigkeit unterschätzt, fliegt raus wie ein Ballon im Hurrikan-Saison. „Ich bin zufrieden, aber nicht satt“, sagt Zverev und klingt dabei wie ein Mann, der weiß, dass der Grand-Crash auf Paris erst in acht Wochen steigt.
Parallel fegte Jannik Sinner wie ein Scirocco durch das Stadion 1. 6:3, 6:3 gegen Damir Dzumhur – ein Score, der fast schon langweilig wirkt, wenn man bedenkt, dass der Südtiroler in Indian Wells erst Zverev und dann das Turnier abgeholt hat. Wer jetzt auf ein Italien-Deutschland-Duell in Runde vier hofft, muss erst Cilic beseitigen.
Deutsches Aus in Blockbuchstaben: Lys, Seidel, Maria, Struff, Hanfmann, Altmaier – alle schon daheim. Laura Siegemund schaffte noch einen Satz, dann zerbrach sie an der Hitze und der Nervosität. Übrig bleibt ein einziger Mann, der 2018 schon mal das Finale hier spielte und seitdem weiß, dass Miami keine Stadt für Halbfreunde ist.
Die nächste Runde fällt mit dem Sonntag zusammen, und wer den Druck liebt, der spielt am Abend, wenn die Lichterketten der Carnival-Cruise-Line-Arena wie ein Startbahn leuchten. Cilic oder Zverev – einer wird die Nacht als Quarterback verlassen, der andere als Statist. Die Kasse ist offen, die Kugel rollt.
