Werner schlägt müller – san jose kippt vancouver mit spätem knaller
Timo Werner saß zunächst nur draußen, wurde zum Spiel geduldet – und durfte am Ende jubeln. Seine San Jose Earthquakes schickten die zuvor makellose Vancouver Whitecaps mit Thomas Müller durch einen Lizenzschuss von Beau Leroux in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auf die Verliererstraße. Die 0:1-Niederlage kostet den MLS-Vizemeister nicht nur die Tabellenführung in der Western Conference, sondern entzaubert auch die kanadische Frühform.

Müller kommt, aber zu spät
Müller lief erst nach dem Seitenwechsel ein, als das Stadion bereits zischte. Der Ex-Bayern-Star sollte Impulse setzen, doch San Jose zog die Kette dicht. Werner kam fünf Minuten später, presste mit, verpasste eine Großchance aus spitzem Winkel – doch das 1:0 stand, und das reichte. Die Earthquakes verteidigten mit Mann und Maus, Vancouver schoss sich in der Schlussphase an der Mauer fest.
Die Statistik lügt nicht: Nach vier Siegen zum Saisonstart kassierten die Whitecaps ihre erste Pleite – und verlieren damit die Pole-Position an den weiter ungeschlagenen Los Angeles FC. Die Punktegleichheit bleibt, das Goaldifference entscheidet. Für Müller ist es die erste Niederlage in der neuen Heimat, für Werner ein Erfolgserlebnis nach Wochen auf der Bank.
Schonlau fehlt im kader – und im rhythmus
Was kaum jemand bemerkte: Sebastian Schonlau, einst Abwehrchef von Paderborn, kam gar nicht erst zum Zug. Der deutsche Verteidiger saß 90 Minuten lang in der Kabine – ein Indiz dafür, dass Trainer Jesper Sörensen seine Innenverteidigung umgestellt hat. Ohne deutsche Präsenz in der Viererkette wirkte Vancouver plötzlich kopflos, die sonst so präzise Aufbaureihe fiel auseinander.
Die Saison ist noch jung, aber die erste Krise bahnt sich an. Die nächsten Aufgaben: Auswärts in Portland, dann Heimspiel gegen Houston. Müller wird nachlegen müssen, Werner darf hoffen, dass sein Kurzeinsatz zum Stammplatz führt. Die Earthquakes feiern einen Sieg, der mehr wert ist als drei Punkte – er ist ein Statement im Rennen um die Play-off-Plätze.
Die Liga schläft nie. Und schon am Wochenende kann sich das Blatt wieder drehen. Für Vancouver heißt es: Abstellen auf Standardgefahren, sonst wird die Reise nach Kalifornien zur Tour der Lehrstunden.
